Euro-Gesundheit: Masern statt Alkoholmissbrauch

Bild: (c) AP (Rudi Blaha) 

Gut ist's gegangen, nix ist geschehen: So schaut - die wienerische - Gesundheitsbilanz der Euro 2008 aus. Bis auf eine kleine Masern-Welle ist es relativ ruhig geblieben.

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"Wir waren gut vorbereitet. Ich halte diese Vorbereitungen auch nicht für überdimensioniert. Man bestellt ja auch nicht erst ein Feuerwehrauto, wenn es bereits brennt", sagte der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik.

Weniger Probleme als von Manchen befürchtet machte der Alkoholkonsum während der EURO 2008. Der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit: "Es hat sich in Grenzen gehalten. Es ist aber schon zu hinterfragen, ob eine Brauerei der Hauptsponsor einer solchen Veranstaltung sein muss." In Sachen Alkoholmissbrauch seien die Fanmeilen für Jugendliche eine große Versuchung.

Masern-Ausbrüche haben Konsequenzen

Ab Mitte März hatten in Österreich Masern-Ausbrüche für Aufsehen gesorgt. Die Situation konnte aber offenbar unter Kontrolle gebracht haben. Hrabcik: "Wir hatten seit Mitte März in Österreich insgesamt 399 Fälle. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir die Impflücken bei den Erwachsenen schließen können." Im Durchschnitt werden in Österreich jährlich 30 bis 70 Masern-Fälle gemeldet.

Gerade die Masern-Ausbrüche, der erste erfolgte in Salzburg im Umkreis einer alternativen Schule, stellt sich offenbar als Lehrstück für die Gesundheitsvorsorge dar. Der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit: "Es stellt sich heraus, dass anthroposophische Schulen offenbar zunehmend ein Infektionsrisiko in Österreich darstellen. Eine Jugendgruppe aus einer solchen Schule in Oberösterreich wollte gar mit einem Erkrankten und einem Verdachtsfall nach Ungarn auf ein Ferienlager fahren. Sie sind dann dageblieben, weil die ungarischen Behörden sofort eine Quarantäne verhängt hätten." In Ungarn besteht Masern-Impfpflicht, und kein Land der Welt will, dass hoch infektiöse Krankheiten eingeschleppt werden.

Hrabcik denkt bereis an Konsequenzen: "Ich werde auch an das Unterrichtsministerium herantreten. Es ist die Frage, wie in solchen Schulen die schulärztliche Versorgung funktioniert." Dies müsse geklärt werden.

(APA)

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