WM-Traum dahin: Österreich scheitert an Ibrahimovic

Österreich verliert in Stockholm 1:2 und verpasst die Chance auf Play-off-Duelle. Dabei lag die ÖFB-Auswahl dank Harnik-Tor lange auf Siegkurs.

David Alaba
David Alaba
David Alaba – (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Ort)

Finalspiele, das hat Österreichs Teamchef Marcel Koller vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden gesagt, sind dazu da, um sie zu gewinnen. Der Schweizer wollte seiner Auswahl vor dem WM-Qualifikationsspiel in Stockholm Mut machen. Aber es half alles nichts. Die Österreicher mussten sich nach einer 1:0-Führung noch mit 1:2 geschlagen geben. Damit ist Rang zwei und ein Play-off-Platz nicht mehr zu schaffen. Den Unterschied machte letztlich der große Superstar Zlatan Ibrahimovic aus. Marko Arnautovic hingegen wurde im Finish ausgeschlossen.

Die Österreicher, die in der jüngeren Vergangenheit in Qualifikationsspielen in der Fremde nicht gerade überzeugen konnten, wollten sich von Beginn an Respekt verschaffen. Und das ist ihnen auch gelungen. Sie wählten den Angriff als beste Verteidigung, präsentierten sich von der ersten Minute an recht frisch und munter. Das mag die Schweden etwas überrascht haben, zumindest machten sie so den Eindruck, als ob sie sich neu orientieren müssten. Und dann waren da noch über 2000 rot-weiß-rote Fans, die von Brasilien träumten und sich immer wieder lautstark bemerkbar machten.

Aus der Traum von der WM: Österreich vergibt in Schweden den Sieg

Teamchef Marcel Koller hat diesmal im defensiven Mittelfeld auf Kiew-Legionär Dragovic gesetzte. An sich ein klassischer Innenverteidiger, aber der Ex-Austrianer machte seine Sache sehr gut. Er sprang für Mainz-Legionär Baumgartlinger ein, für Koller als noch nicht fit genug eingeschätzt. Am Gefüge des Teams aber änderte sich nichts, man wollte aktiv sein, die Initiative übernehmen.

Harnik bringt Österreich in Führung

Die Schweden hatten etwas Mühe, um ins Spiel zu kommen. Das hatten sich die Gastgeber etwas anders vorgestellt, aber die Österreicher bewiesen in der Abwehr Widerstandskraft, in der Offensive blitzte immer wieder Gefahr auf. Einen Janko kann man eben nicht unbeaufsichtigt lassen. Und ein Arnautovic ist – wenn in Spiellaune – auch nicht zu verachten. Bayerns Jungstar Alaba hatten die Schweden ohnedies auf der Rechnung.

Teamchef Koller gab von seiner Coaching-Zone aus immer wieder Anweisungen, er fuchtelte und deute, wollte den Weg zeigen, aber wenn ein Spiel einmal läuft, haben Trainer wenig Einfluss mehr auf ihre Elf. Die Vorgeschichte zur 1:0-Führung seiner Mannschaft hätte jedoch auch der Schweizer nicht schöner vorzeichnen können. Arnautovic sah Janko, der legte ab für den heranstürmenden Martin Harnik, der ins lange Eck traf (29.).

Nur eine Minute später hatten die Österreicher Glück, als Elmander nur die Stange traf, aber es war ein Zeichen, dass sich die Schweden noch lange nicht geschlagen geben wollten. Als David Alaba das 2:0 am Fuß hatte, aber an Torhüter Isaksson scheiterte, war die mögliche Vorentscheidung dahin (36). Eine vergebene Chance, die schmerzte. Weil das Spiel auf Messers Schneide stand. In solchen Phasen entscheiden immer nur Kleinigkeiten. Aber noch wehrten sich die Österreicher standhaft. Auch nach dem Seitenwechsel, als die Schweden aufs Tempo drückten.

Zlatan Ibrahimovic war bei den Österreichern lange gut aufgehoben. Aber dann hatte er doch einmal zu viel Platz und Zeit. Das endet für den Gegner meistens nicht gut. Der Superstar hat jedenfalls Martin Olsson gesehen – und seinen Kopf gefunden (1:1, 56.). Die Österreicher fielen immer mehr zurück, Ibrahimovic hingegen hatte noch einen Geniestreich auf Lager – 2:1 (86.). Arnautovic sah danach noch Rot, aber nur der Schiedsrichter hatte eine Tätlichkeit gesehen. Brasilien ist seit gestern unerreichbar.

Ergebnisse der WM-Qualifikation:

Gruppe A: Kroatien - Belgien 1:2, Wales - Mazedonien 1:0.

Gruppe B: Armenien - Bulgarien 2:1, Malta - Tschechien 1:4, Dänemark - Italien 2:2.

Gruppe C: Schweden - Österreich 2:1, Deutschland - Irland 3:0, Färöer - Kasachstan 1:1.

Gruppe D: Niederlande - Ungarn 8:1, Andorra - Rumänien 0:4, Estland - Türkei 0:2.

Gruppe E: Albanien - Schweiz 1:2, Island - Zypern 2:0, Slowenien - Norwegen 3:0.

Gruppe F: Aserbaidschan - Nordirland 2:0, Luxemburg - Russland 0:4, Portugal - Israel 1:1.

Gruppe G: Litauen - Lettland 2:0, Bosnien-H. - Liechtenstein 4:1, Griechenland - Slowakei 1:0.

Gruppe H: Moldawien - San Marino 3:0, Ukraine - Polen 1:0, England - Montenegro 4:1.

Gruppe I: Spanien - Weißrussland 2:1.

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