Champions-League-Sensation: Rapid eliminiert Ajax

Rapid Wien gewann in Amsterdam mit 3:2 und steigt überraschend in das Play-off auf. Schaub war mit zwei Treffern der Matchwinner für die Wiener.

CL QUALIFIKATION: AJAX AMSTERDAM - RAPID WIEN
CL QUALIFIKATION: AJAX AMSTERDAM - RAPID WIEN
(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)

Das Wunder von Amsterdam ist perfekt, Rapid gewann das Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde der Champions League gegen Ajax mit 3:2 und zog mit dem Gesamtscore von 5:4 ins Play-off ein. „Wir haben an uns selbst geglaubt, dass wir die große Sensation schaffen können – wenn alles passt und das war der Fall. Die Spieler haben sich für eine tolle Leistung und den Weg bis hierher belohnt. Wir sind überglücklich“, sagte Trainer Zoran Barisic. „Wir haben alles für diesen Aufstieg gegeben. Die Mannschaft mit mehr Herz ist weitergekommen“, ergänzte Verteidiger Mario Sonnleitner.

Zehn Jahre nach der letzten Gruppenphasen-Teilnahme trennt die Hütteldorfer noch eine Hürde vom dritten Auftritt in der Königsklasse, diese ist allerdings groß: Manchester United, Valencia, Leverkusen oder Sporting Lissabon sind mögliche Play-off-Gegner (Auslosung am Freitag). Drei Millionen Euro Prämie sowie die Europa-League-Gruppenphase ist Grün-Weiß aber selbst im Falle des Ausscheidens sicher.

Erste Chance, erstes Tor

Nach dem 2:2 im Hinspiel war ein grün-weißer Torerfolg in der fast ausverkauften Amsterdam ArenA zwingend nötig und Beric ließ die 2500 mitgereisten Fans bereits bei der ersten Chance jubeln: Hofmann eroberte vor dem gegnerischen Strafraum den Ball, nach schönem Lochpass flankte Stangl zur Mitte und der Slowene köpfelte aus kürzester Distanz zum 1:0 ein (12.) – die niederländische Abwehr hatte ihn sträflich vernachlässigt.

Ob des frühen Gegenschlags war der jungen Ajax-Mannschaft (Durchschnittsalter 20,9 Jahre) Nervosität und Ratlosigkeit anzumerken, es fehlte an Ruhe und einer ordnenden Kraft im Spielaufbau. Rapid zog sich zwar weit zurück, stand dirigiert von einem starken Petsos aber sicher. Von Ajax war bis auf einen Fischer-Schuss neben das Tor (22.) offensiv nichts zu sehen, auch Rapid hielt sich zurück, demonstrierte aber Effizienz. Schaub zog von rechts nach innen und schloss die zweite Torchance zum 2:0 ab – glücklich, denn Verteidiger Veltman fälschte unhaltbar ab (39.).

Schaub - Rapids Mr. Europacup

Mit grimmiger Miene verschwand Ajax-Trainer Frank de Boer in der Kabine, sie sollte sich kurz nach der Pause etwas bessern. Nach idealer Flanke stellte Milik mit einem Volley-Traumtor auf 1:2 (52.) – plötzlich waren die niederländischen Hoffnungen und die Zuschauer im Stadion wieder erwacht. Hatte im Hinspiel Beric zur Rapid-Viertelstunde mit dem Ausgleich für die Erlösung gesorgt, setzte es diesmal den großen Dämpfer. Die Hütteldorfer brachten den Ball nicht weg, Gudelj verwertete den Abpraller zum Ausgleich (75.), allerdings wurde ein Foul von Sanogo an Torhüter Novota zuvor nicht gegeben.

Nur zwei Minuten später gab es im grün-weißen Fanblock aber kein Halten mehr: Schaub krönte seinen starken Aufrtitt und vollendete einen Lauf zum 3:2 (77.) – sein bereits neunter Treffer im 14. Europacupspiel. Damit lag Rapid nun auch in der Auswärtstorregel voran, weder die Ajax-Mannschaft noch deren Fans glaubten noch an die zwei nötigen Tore. Wenig später war es dann so weit, eröffnete der Abpfiff die große Rapid-Feier.

 

Rapid im Freudentaumel: Der Empfang am Flughafen

(Red.)

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