Mateo Kovačić: Aus dem LASK-Nachwuchs zu Real Madrid

Der gebürtige Linzer Mateo Kovačić, 21, wechselt für rund 30 Millionen Euro von Inter Mailand zu den Königlichen. Das Highlight einer noch jungen Karriere, die einst in Oberösterreich ihren Anfang nahm.

Mateo Kovačić im neuen Trikot.
Mateo Kovačić im neuen Trikot.
Mateo Kovačić im neuen Trikot. – (c) REUTERS (JUAN MEDINA)

Madrid. Ein Engagement bei Real Madrid ist wohl für viele Nachwuchsfußballer in Österreich ein großer Traum, für einen ehemaligen wurde er nun Realität: Der Europacup-Rekordsieger verpflichtete den gebürtigen Linzer Mateo Kovačić für rund 30 Millionen Euro von Inter Mailand. Am gestrigen Mittwoch absolvierte der 21-Jährige den medizinischen Check in Madrid und unterschrieb einen Sechsjahresvertrag. „Ich bin beim größten Klub der Welt, und das ist etwas ganz Besonderes“, sagte er bei der offiziellen Vorstellung.

Ein großer Schritt in einer noch jungen Karriere, die einst in Österreich ihren Anfang nahm. 1991 flüchtete die Familie Kovačić vor dem Krieg im damaligen Jugoslawien nach Linz, drei Jahre später kam dort Mateo zur Welt. Als ruhig, wissbegierig und lernwillig beschreiben ihn seine damaligen Betreuer im LASK-Nachwuchs. In der Schülerliga führte er die SHS Kleinmünchen als Kapitän zu mehreren Titeln. Dem Buben wurde großes Talent bescheinigt, dass er seinen Weg gehen würde, bezweifelte niemand. Dieser führte ihn allerdings zunächst zurück in die Heimat seiner Eltern, 2007 wechselte er in den Nachwuchs von Dinamo Zagreb. Drei Jahre später debütierte er bei den Profis und avancierte gleich im ersten Spiel mit 16 Jahren und 198 Tagen zum damals jüngsten Torschützen der Ligageschichte. 2011 und 2012 gewann er mit der Mannschaft das Double.

Mit seinen Qualitäten überzeugte Kovačić schließlich auch die Verantwortlichen von Inter Mailand. Im Jänner 2013 überwiesen die Italiener elf Millionen Euro und statteten ihn mit dem Trikot der Nummer zehn aus. Nach starker Auftaktsaison hatte er bei Trainer Walter Mazzarri lange einen schweren Stand, unter Nachfolger Roberto Mancini aber zählte er zu den absoluten Stammkräften im Mittelfeld und galt als Schlüsselspieler, um Inter in dieser Saison wieder zurück an die Spitze der Serie A zu bringen.

 

Harter Kampf in Madrid

In Italien wurde Kovačić ob seiner ausgezeichneten Technik und seinen präzisen Pässen in die Spitze oft mit Andrea Pirlo verglichen, dennoch erwartet ihn im Madrider Starensemble nun harte Konkurrenz um einen Platz in der Startelf. Im zentralen Mittelfeld gelten Toni Kroos und Luka Modrić als gesetzt, in der Offensivreihe tummeln sich prominente Namen wie Cristiano Ronaldo, James Rodríguez oder Gareth Bale. Im Kampf um Einsatzminuten muss sich Kovačić zudem gegen Isco, Lucas Silva oder Casemiro behaupten.

Für das österreichische Nationalteam bedeutet Kovačić' Wechsel allerdings keinen Legionärszuwachs. Denn der ÖFB war für den gebürtigen Linzer angesichts des frühen Wechsels nach Kroatien nie ein Thema. „Ich bin dankbar dafür, was mir Österreich gegeben hat und bin froh, dort aufgewachsen zu sein“, betont er. Im kroatischen Verband durchlief Kovačić alle Nachwuchsauswahlen und gab im März 2013 sein Debüt im A-Team. Teamchef Niko Kovač hält große Stücke auf den Allrounder, der inzwischen bei 18 Einsätzen und einer WM-Teilnahme hält.
Einen ÖFB-Hoffnungsträger aber gibt es bei Real. U21-Teamspieler Philipp Lienhart wechselte nach einer Leihe in diesem Sommer fix zu den Königlichen und steht in der zweiten Mannschaft unter Zinédine Zidane. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2015)

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