Champions League: Der Perfektionist muss sich neu beweisen

Pep Guardiola hat bei Manchester City den schlechtesten Monat seiner Trainerkarriere hinter sich. Vor allem am Erfolg in der Königsklasse muss sich der Starcoach messen lassen.

Pep Guardiola tritt mit Manchester City in der Champions League gegen Mönchengladbach an.
Pep Guardiola tritt mit Manchester City in der Champions League gegen Mönchengladbach an.
Pep Guardiola tritt mit Manchester City in der Champions League gegen Mönchengladbach an. – (c) REUTERS (Thilo Schmuelgen)

Manchester. Pep Guardiola ist noch lang nicht zufrieden. Das stellte der Startrainer nach dem 2:1-Sieg von Manchester City am Wochenende in der Premier League klar. „Wenn wir so spielen wie gegen Crystal Palace, können wir den Titel nicht gewinnen“, meinte Guardiola, der auch in Manchester seine Vorstellung von Ballbesitzfußball durchsetzen will. Denn nur auf dem Spielfeld kann die Arbeiterstadt so glamourös sein wie seine vorherigen Stationen Barcelona und München. „Ich will beweisen, dass ich nicht nur bei Sonnenschein erfolgreich sein kann, sondern auch auf windigen, kalten Fußballplätzen“, hatte er erklärt.

Der Auftakt gelang, die ersten zehn Spiele wurden gewonnen, die Fans besangen ihren Trainer als Heilsbringer. Ende September kam der Knick: Einem 3:3 gegen Celtic Glasgow folgten unter anderem ein 0:2 in Tottenham, ein 0:4 bei Guardiolas Exklub FC Barcelona und ein 0:1 beim Erzrivalen Manchester United. Es war die schlechteste Serie in Guardiolas Trainerkarriere – ein ganzer Monat ohne Sieg. „Ihr könnt doch nicht erwarten, dass meine Mannschaft schon fertig ist. Ich bin neu hier“, beruhigte er.

Im November lief es besser. Die 3:1-Revanche gegen Barcelona in der Champions League feierten die Fans im Etihad-Stadion wie den Titel. Heute treten die Citizens bei Mönchengladbach an (20.45 Uhr, live ORF eins, ZDF). Und am Erfolg in der Königsklasse muss sich Guardiola langfristig messen lassen. Als Barça-Trainer gewann er den Wettbewerb zweimal. Mit Bayern aber scheiterte er dreimal in Folge im Halbfinale, seine Amtszeit in München gilt als unvollendet.

Kompromisse macht Guardiola jedenfalls keine. Wegen mangelnder Fitness hatte er Yaya Touré nicht für die Champions League nominiert und auch national nicht berücksichtigt. Von Tourés Berater wurde er öffentlich attackiert. Doch der Ivorer entschuldigte sich, trainierte härter und sicherte in seinem ersten Ligaspiel unter Guardiola mit zwei Toren den Sieg am Wochenende bei Crystal Palace.

Für die im Februar beginnende Play-off-Phase der Champions League stellte Guardiola eine Nominierung Tourés in Aussicht. Die Chancen, dass Manchester City dabei ist, stehen gut. Sollte Barcelona überraschend in Glasgow verlieren, könnten die Citizens mit einem Sieg sogar noch an Lionel Messi und Co. vorbeiziehen.

Champions League: 5. Spieltag

Gruppe A: Arsenal – Paris St. Germain, Sofia Ludogorez Rasgrad – FC Basel (Janko).

Gruppe B: Besiktas Istanbul – Benfica Lissabon, Napoli – Dynamo Kiew.

Gruppe C: Celtic Glasgow – Barcelona, Mönchengladbach – Manchester City (20.45 Uhr, live ORF eins, ZDF).

Gruppe D: FK Rostow – Bayern München (Alaba), Atlético Madrid – PSV Eindhoven.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2016)

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