Lionel Messi droht die Zuschauerrolle

Mit Argentinien könnte ein zweifacher Weltmeister die Endrunde verpassen. Alles hängt nun vom letzten Gruppenspiel ab.

Lionel Messi trifft nicht, in der Fußballnation Argentinien geht die Angst um.
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Lionel Messi trifft nicht, in der Fußballnation Argentinien geht die Angst um.
Lionel Messi trifft nicht, in der Fußballnation Argentinien geht die Angst um. – (c) APA/AFP/EITAN ABRAMOVICH

Buenos Aires. Lionel Messi, fünffacher Weltfußballer in Diensten des FC Barcelona, wird ein guter Draht zum Fußballgott nachgesagt. Sobald sich Messi aber das Trikot der argentinischen Nationalmannschaft überstreift, kennt dieser Fußballgott kein Erbarmen mit ihm. Auch nicht vor 50.000 Fans in der „Bombonera“ („Pralinenschachtel“), dem für seine Atmosphäre berüchtigten Stadion der Boca Juniors in Buenos Aires. Ganz Argentinien hatte dem zum „Endspiel“ der WM-Qualifikation hochstilisierten Duell gegen Peru entgegengefiebert. Doch Messi scheiterte erst an der Stange (46.), dann vereitelte Perus Tormann Pedro Gallese mit einer Reihe von Glanzparaden ein Tor der Gauchos.

Nach dem 0:0 gegen den direkten Konkurrenten droht dem zweifachen Weltmeister Argentinien bei der WM in Russland die Zuschauerrolle. Als aktuell Tabellensechster wäre die Albiceleste nicht dabei. Peru, das mit jungen, talentierten Spielern das Überraschungsteam dieser WM-Qualifikation ist, hat das bessere Torverhältnis und könnte sich erstmals seit 35 Jahren wieder für eine WM qualifizieren.

Zu allem Ärger der Argentinier zog auch noch Dauerrivale Chile durch ein 2:1 gegen Ecuador vorbei. „Die Mannschaft ist wütend, aber wenn wir in Ecuador gewinnen, fahren wir zur Weltmeisterschaft“, sagte Teamchef Jorge Sampaoli trotzig. „Wir haben einen kämpferischen Messi gesehen, mit einem Gesicht, das Argentinien braucht.“

Die Lage ist noch nicht aussichtslos. Mit einem Sieg am Dienstag in Ecuador kann Argentinien noch mindestens Fünfter werden, das würde einen Play-off-Platz bedeuten (Hin- und Rückspiel gegen Ozeanienvertreter Neuseeland). Aber Messi und Co schießen kaum Tore: ganze 16 in bisher 17 Spielen. Es fehlt der Mannschaft an Weltklasse, zu wenig argentinische Talente schafften zuletzt den Durchbruch.

Zudem ist Ecuador im Stadion von Quito auf fast 3000 Meter ein gefürchteter Gegner. In acht Qualifikationsheimspielen gingen die Hausherren nur gegen (das längst qualifizierte) Brasilien, Kolumbien und Peru als Verlierer vom Platz. Schafft Argentinien hier keinen Sieg, scheitert Messis womöglich letzte WM-Titelchance schon in der Qualifikation. Der Superstar ist immerhin schon 30. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2017)

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