Deutsche Bundesliga: Ein Österreicher geht, einer kommt

Der Vorarlberger Adi Hütter folgt Niko Kovač in Frankfurt. Die Vertragsposse um Ralph Hasenhüttl in Leipzig ist vorbei, der Steirer ist ab sofort nicht mehr RB-Trainer.

Ralph Hasenhüttl
Ralph Hasenhüttl
Ralph Hasenhüttl – GEPA pictures

Leipzig/Frankfurt. Ein Österreicher geht, einer kommt: Die Zeit von Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig ist trotz einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte nach nur zwei Jahren beendet. Nach einem mittlerweile possenhaft wirkenden Hin und Her der vergangenen Wochen und Monate hat der Tabellensechste der deutschen Bundesliga dem Wunsch des 50-jährigen Steirers nach vorzeitiger Auflösung seines bis Sommer 2019 anberaumten Vertrags entsprochen.

Nur kurz wurde Hasenhüttl mit dem Trainerposten bei Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Mittwochabend bestätigte die Eintracht Gerüchte, wonach Adi Hütter, Coach des Schweizer Meisters Young Boys Bern, Niko Kovač, nachfolgen wird. Der 48-jährige Vorarlberger erhält beim DFB-Cup-Finalisten einen Vertrag bis 30. Juni 2021. Hütter soll erst später vorgestellt werden, da er mit Bern noch am 27. Mai um das Schweizer Double kämpft. Frankfurt war nach Kovač' Wechsel zum FC Bayern auf Trainersuche und wollte sich ursprünglich erst nach dem Finale des DFB-Cups am Samstag gegen die Bayern dazu äußern.

 

Nicht gewürdigt

Der scheidende Leipzig-Trainer Hasenhüttl hatte sich indes eine vorzeitige Verlängerung des Kontrakts erwartet, hieß es in einer Mitteilung des Vereins. Wie die „Leipziger Volkszeitung“ außerdem berichtete, fühlte der Österreicher, der im Sommer 2016 vom FC Ingolstadt zum damaligen Aufsteiger nach Leipzig gekommen war und den jungen Verein auf Anhieb zur Vizemeisterschaft geführt hatte, seine Arbeit nicht genug gewürdigt. Mit Hasenhüttl soll auch Co-Trainer Zsolt Löw gehen, der auf der Wunschliste von Thomas Tuchel, dem neuen Coach von Paris St. Germain, steht.

Medienberichten zufolge hatte die Vereinsführung mit Sportdirektor Ralf Rangnick bei einem Vertragsgespräch am Dienstag kein neues Angebot gemacht. Damit war die Grundlage für eine Zusammenarbeit bis zum Vertragsende 2019 offensichtlich nicht mehr gewährleistet.

Ob der bald 60-jährige Rangnick nun selbst wieder auf der Trainerbank Platz nimmt, blieb zunächst offen. Klar ist, dass der mächtige RB-Sportdirektor mit der Entscheidung gegen Hasenhüttl, der bei Spielern und Fans hohes Ansehen genießt, nun unter Druck steht.

Spekulationen um die Zukunft von Hasenhüttl gab es seit Monaten. Erst wurde er als Trainerkandidat beim FC Bayern München und bei Borussia Dortmund gehandelt. Dann, nach einer Serie von vier Niederlagen und einem Remis und Verpassen der Champions League wurde er in Leipzig erstmals infrage gestellt.

 

Ausfälle wichtiger Spieler

Hasenhüttl selbst hatte beim ersten Gespräch über einen neuen Vertrag im Dezember um Aufschub gebeten. Er war mit der jungen Mannschaft in der Champions League hinter Beşiktaş Istanbul und FC Porto ausgeschieden, hatte sich aber in die Europa League gerettet. Dort war im Viertelfinale gegen Olympique Marseille Endstation.

Das Aus fiel in die Krisenphase des Klubs, auch bedingt durch Ausfälle wichtiger Spieler. Dennoch hatte Hasenhüttl signalisiert, bleiben zu wollen. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2018)

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