Die Ruhe in Person im französischen Tor

Hugo Lloris ist nicht nur Kapitän der Équipe Tricolore, sondern bislang auch ein verlässlicher Rückhalt.

Hugo Lloris.
Hugo Lloris.
Hugo Lloris. – (c) APA/AFP/GABRIEL BOUYS (GABRIEL BOUYS)

Moskau. Schon aufgrund seiner zurückhaltenden Art steht Hugo Lloris selten im Mittelpunkt, wenn, rückt er sich mehr mit Taten denn Worten in Szene. So hat Frankreichs Torhüter seinen Beitrag zum Finaleinzug geleistet. Im Viertelfinale gegen Uruguay verhinderte er mit einem beeindruckenden Reflex beim Kopfball von Martín Cáceres (Teamchef Didier Deschamps: „Das zählt wie ein Tor“) den Ausgleich, im Halbfinale trieb er Belgien zur Verzweiflung.

2008 debütierte Lloris unter Raymond Domenech, Deschamps machte den Tottenham-Keeper vor sechs Jahren zum Kapitän. Obwohl er weder auf noch außerhalb des Platzes zu den Lautesten zählt, sich nie in den Mittelpunkt rückt. Zu glatt finden ihn auch viele französische Fans und schwelgen in Erinnerungen an Charaktere wie Bernard Lama oder Fabien Barthez, die neben Paraden auch mit knackigen Sprüchen punkteten. Letzteren hat Lloris im Vorjahr als Nationalkeeper mit den meisten Einsätzen überholt. Der 31-Jährige ist bei der WM der zweitälteste Spieler in der französischen Startelf nach Stürmer Olivier Giroud. Abwehrchef Raphaël Varane weiß ihn zu schätzen: „Wir kennen seine Fähigkeiten, seine Wichtigkeit für uns.“

Elf Schüsse bzw. 73,3 Prozent der Versuche auf sein Tor hat Lloris gehalten, sich bislang keinen Patzer erlaubt. „Bei einer WM herrscht immer Druck, da muss man über sich hinauswachsen“, erklärte er. Den WM-Sieg 1998 verfolgte er als Elfjähriger im Fernsehen, am Sonntag möchte er sich selbst mit der Nationalmannschaft krönen. „Den Finaleinzug darf man genießen. Aber man darf nicht anfangen zu träumen, sondern muss weiter hart arbeiten, damit die Träume wahr werden.“ (swi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2018)

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