Liverpool in Hochform: Von Tränen und Träumen an der Anfield Road

Der FC Liverpool sehnt sich nach dem ersten Meistertitel seit 1990, zum Jahreswechsel befinden sich die Reds auf Kurs – und die Psychospielchen beginnen.

Jürgen Klopp und der FC Liverpool wittern in dieser Saison ihre große Chance.
Jürgen Klopp und der FC Liverpool wittern in dieser Saison ihre große Chance.
Jürgen Klopp und der FC Liverpool wittern in dieser Saison ihre große Chance. – REUTERS

Liverpool. Schon während der Partie kamen Jürgen Klopp die Tränen, nach Schlusspfiff klopfte sich der sichtbar gerührte Coach des FC Liverpool immer wieder aufs Herz und warf Kusshändchen ins Publikum. Trotz des emotionalen Jahresausklangs bei der 5:1-Demontage des FC Arsenal wollte der Ex-Dortmunder vor dem Gipfeltreffen mit Manchester City und Pep Guardiola am 3. Jänner aber weiter nichts vom Titel wissen. „Ich bin nicht die klügste Person der Welt, aber ich bin wirklich kein Idiot“, sagte Klopp nach dem achten Pflichtspielsieg des Champions-League-Gegners des FC Bayern in Serie. „Es ist wirklich nicht wichtig, wie viele Punkte du im Dezember vorne liegst.“

Mit der Demonstration seiner Offensivstärke um Dreifach-Torschütze Roberto Firmino sowie Mohamed Salah und Sadio Mané, die jeweils einmal trafen, erhöhte der souveräne Tabellenführer der Premier League den Druck auf die Konkurrenz rund um Manchester City. Sollten die weiter ungeschlagenen Reds das Duell beim Verfolger am Donnerstag gewinnen, bräuchte das Team des früheren Bayern-Trainers bei einem zweistelligen Punkterückstand schon eine immense Aufholjagd. „Es ist ein Marathon, den wir laufen“, warnte Klopp dennoch.

Guardiola stimmt in die ersten Psychospielchen mit ein und schob die Favoritenrolle direkt wieder dem Kontrahenten zu. „Was können wir sagen, wenn Liverpool neunmal keinen Gegentreffer bekommt und viele Tore erzielt? Wir können nicht mithalten, wenn wir uns mit ihnen vergleichen“, gestand der frühere Bayern-Coach, noch bevor City Sonntagnachmittag Southampton, die Elf von Ralph Hasenhüttl, mit 3:1 bezwang und damit den Sieben-Punkte-Rückstand auf Liverpool wiederherstellte.

Wenn Klopps Team in Bestform aufläuft, gibt es derzeit kaum einen Gegner, der mit der Angriffsstärke der Reds zurechtkommt. Die Arsenal-Verteidigung war nach der eigenen Führung durch Ainsley Maitland-Niles (11. Minute) heillos überfordert. Liverpool konnte sich sogar aussuchen, wer jubeln durfte: Salah überließ dem Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino den Ball vor dem Strafstoß zum 5:1. „Ich habe fast geweint, weil wir alle wissen, wie sehr Mo Tore schießen will“, sagte Klopp.

 

Arnautović spielt – und verliert

Sein Comeback nach überstandener Knieverletzung gab ÖFB-Teamstürmer Marko Arnautović. Der Wiener, erstmals seit 4. Dezember wieder im Einsatz, verlor im Trikot von West Ham United mit 0:2 bei Burnley. Die Londoner verpassten damit die Gelegenheit, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. (ag./red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2018)

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