Aus der Verlockung wird ein Poker

Die Anzeichen für den Wechsel von Marko Arnautović zum chinesischen Topklub Shanghai SIPG verdichten sich. West Ham pocht nicht mehr zwingend auf einen Verbleib, jedenfalls aber auf eine höhere Ablösesumme.

Wie Arnautovićs' Bruder und Manager Danijel in den letzten Tagen betont hat, möchte der Stürmer das finanziell enorm attraktive Abenteuer wagen, offiziell auch um wieder um Titel spielen zu können.
Wie Arnautovićs' Bruder und Manager Danijel in den letzten Tagen betont hat, möchte der Stürmer das finanziell enorm attraktive Abenteuer wagen, offiziell auch um wieder um Titel spielen zu können.
Wie Arnautovićs' Bruder und Manager Danijel in den letzten Tagen betont hat, möchte der Stürmer das finanziell enorm attraktive Abenteuer wagen, offiziell auch um wieder um Titel spielen zu können. – (c) APA/AFP/IAN KINGTON

London/Wien. Womöglich hat Marko Arnautović beim 1:0-Derbysieg gegen Arsenal seine Abschiedsvorstellung im Trikot von West Ham United in der Premier League gegeben. „Man wird sehen, was in den nächsten Tagen mit Marko passiert“, erklärte Trainer Manuel Pellegrini nach der Partie. Der ÖFB-Teamspieler hat bekanntlich ein höchst lukratives Angebot des chinesischen Topklubs Shanghai SIPG vorliegen.

Wie Arnautovićs' Bruder und Manager Danijel in den letzten Tagen betont hat, möchte der Stürmer das finanziell enorm attraktive Abenteuer wagen, offiziell auch um wieder um Titel spielen zu können. Viel entscheidender dürfte aber der Bonus auf dem Konto sein: Aktuell verdient der 29-Jährige rund 145.000 Euro pro Woche, Shanghai lockt mit einem Vertrag für die nächsten vier Jahre und dem doppelten Gehalt.

„Es ist ein Problem, dass der Klub schauen muss, was das Beste für den Klub, den Spieler und jeden ist. Ich hoffe, dass die beste Entscheidung für alle getroffen wird“, verlautete Pellegrini. Derartige Diskussionen um abwanderungswillige Spieler sind für den 65-Jährigen nichts Neues. „Ich bin seit 30 Jahren Trainer, habe solche Situationen schon oft erlebt. Wir werden ruhig bleiben, weil nichts zu 100 Prozent sicher ist. Wir werden sehen, wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt“, erläuterte der Chilene.

Für einen Abschied könnte sprechen, dass Arnautović am Samstag von seinen beiden Töchtern aufs Spielfeld begleitet wurde. Bei seinem Austausch in der 71. Minute verabschiedete er sich mit Klatschen und Winken von den Fans, seine Körpersprache deutete eher auf Abschied hin. Der vorzeitige Austausch war jedenfalls auch eine Vorsichtsmaßnahme des Coaches. „Marko hat dieselben Schmerzen im Rücken verspürt wie zuletzt auch schon im Cup“, sagte Pellegrini.

Ein Abgang des 29-Jährigen wäre für die „Hammers“ ein schwerer Schlag. Der ÖFB-Angreifer hält nach 16 Ligaeinsätzen bei sieben Toren und zwei Assists. Seinen achten Pflichtspieltreffer erzielte er zuletzt im FA-Cup. Offiziell hat West Ham erklärt, dass man davon ausgehe, dass Arnautović seinen bis 2022 laufenden Vertrag erfüllen werde. Zudem möchten die Londoner wohl ein Exempel statuieren und nicht wie im Jänner 2017, als Dimitri Payet seinen Wechsel zu Olympique Marseille erzwang, den nächsten Leistungsträger auf dieselbe Art und Weise verlieren. Arnautović wurde im Übrigen im folgenden Sommer als Payet-Ersatz um den Klubrekord von 28 Millionen Euro geholt.

Das nächste Premier-League-Spiel hat West Ham erst am 4. Februar, Arnautović reiste nach der Partie nach Wien, um das orthodoxe Neujahr zu feiern. Das Feilschen um die Ablöse dürfte weiter gehen. Die gebotenen 35 Millionen Pfund (fast 39 Mio. Euro) sind den Londonern zu wenig, noch ist genug Zeit zum Nachbessern: Das Transferfenster in China ist nämlich bis 28. Februar geöffnet.

 

Hasenhüttl lobt Team

Southampton-Coach Ralph Hasenhüttl lobte nach dem 2:1-Sieg bei Leicester City die „Gewinnermentalität“ seiner Mannschaft, auf die er unglaublich stolz sei. „Es ist ein fantastischer Sieg und ein sehr wichtiger dazu“, meinte der Steirer über den vierten Saisonerfolg – den dritten unter seiner Leitung –, mit dem die Saints auf den 16. Tabellenrang und damit wieder vor die Abstiegszone rückten. (red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2019)

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