Champions League: Das Duell der Dezimierten

Borussia Dortmund muss im Achtelfinalhinspiel bei Tottenham Hotspur auf seinen wichtigsten Spieler, Marco Reus, verzichten. Auf der Gegenseite fehlt den Londonern mit Harry Kane der Torjäger vom Dienst.

Vom Verletzungspech verfolgt: Dortmund-Kapitän Marco Reus.
Vom Verletzungspech verfolgt: Dortmund-Kapitän Marco Reus.
Vom Verletzungspech verfolgt: Dortmund-Kapitän Marco Reus. – (c) REUTERS (RALPH ORLOWSKI)

London. Ausgerechnet im Londoner Wembley-Stadion steigt der Auftakt der Champions-League-Duelle zwischen England und Deutschland. Tottenham empfängt am Mittwoch (21 Uhr, live auf Sky, DAZN) im Achtelfinale den deutschen Tabellenführer Borussia Dortmund. Nächste Woche folgen die Hinspiele zwischen Liverpool und Bayern München bzw. Schalke 04 und Manchester City.

In Wembley hatte England 1966 mit einem Finalsieg über Deutschland seinen bisher einzigen WM-Titel geholt, 1996 revanchierten sich die Deutschen dort mit einem Triumph im EM-Halbfinale. Dortmund aber hat keine guten Erinnerungen an das Stadion. 2013 ging dort das Champions-League-Finale gegen Bayern München mit 1:2 verloren, 2017 unterlag man Tottenham in der Gruppenphase 1:3. Diesmal müssen die Dortmunder in London nicht nur auf Stürmer Paco Alcácer, sondern auch auf Schlüsselspieler Marco Reus verzichten. Der Offensivstar laboriert weiter an einer Oberschenkelverletzung. Ohne den Kapitän gab Dortmund am Samstag in der Liga eine 3:0-Führung gegen Hoffenheim aus der Hand.

Der Vorsprung auf Titelverteidiger Bayern München schmolz auf fünf Punkte. „Wir werden sein Fehlen kompensieren“, versprach Sebastian Kehl, der Leiter von Dortmunds Lizenzspielerabteilung. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Jadon Sancho. Der englische Flügelspieler steht in seiner Heimat besonders im Mittelpunkt.

Möglichen Abwerbeversuchen für den 18-Jährigen erteilte Kehl eine Absage: „Jadon wird auch bei unserem Rückflug wieder im Flieger sitzen.“ Drei Pflichtspiele sind die Dortmunder sieglos, in Wembley will man wieder auf Touren kommen. Tottenham hat zuletzt wieder etwas Fahrt aufgenommen.

In der Gruppenphase hatten sich die Londoner nur mit viel Glück gegen Rapids nunmehrigen Europa-League-Gegner Inter Mailand durchgesetzt, in der Liga gab es seit Mitte Jänner aber vier Siege in Serie. Allerdings müssen auch die „Spurs“ auf ihr größtes Offensivass verzichten. Harry Kane macht nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk zwar große Fortschritte, ein Einsatz kommt aber noch deutlich zu früh. Im Rückspiel am 5. März in Dortmund soll Kane wieder mit dabei sein.

 

Real verfolgt seinen Traum

Klarer ist die Favoritenrolle im zweiten Achtelfinale am Mittwoch verteilt. Ajax Amsterdam empfängt Real Madrid, das vom vierten Champions-League-Triumph in Serie träumt. „Wenn es um Real geht, ist nichts unmöglich“, meinte Trainer Santiago Solari. Wenn man sich die Geschichte anschaue, sei Real gegen Ajax der Favorit. „Das betrifft nicht nur unsere gute Form im Moment.“ (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2019)

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