Oliver Glasner: Österreichs nächster Trainerexport

Oliver Glasner wird Cheftrainer beim VfL Wolfsburg. Stöger, Hasenhüttl und Hütter haben mit ihren Erfolgen in Deutschland die Latte für den Noch-Lask-Trainer hoch gelegt.

Ab Sommer gibt Noch-Lask-Trainer Oliver Glasner seine Kommandos beim VfL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga.
Ab Sommer gibt Noch-Lask-Trainer Oliver Glasner seine Kommandos beim VfL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga.
Ab Sommer gibt Noch-Lask-Trainer Oliver Glasner seine Kommandos beim VfL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga. – (c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)

Wolfsburg/Linz. Was schon seit Tagen als offenes Geheimnis galt, wurde am Dienstag offiziell: Oliver Glasner übernimmt ab Sommer den Trainerchefsessel beim deutschen Bundesligaverein VfL Wolfsburg. Der Verein bekomme mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer, streute Wolfsburg-Sportdirektor Jörg Schmadtke dem Noch-Lask-Trainer Rosen. Für den Wolfsburger Zampano muss es ein Déjà-vu sein, hat er doch 2013 als Sportchef des 1. FC Köln ebenfalls einen Österreicher als Cheftrainer abgeworben. Damals holte er Peter Stöger, den damaligen Meistertrainer von Austria Wien, zum deutschen Zweitligisten, der den Traditionsverein binnen einer Saison zurück in die deutsche Eliteliga hievte.

Für Oliver Glasner ist das Engagement in der Autostadt Wolfsburg die erste Auslandsstation. Gleich in den ersten Gesprächen mit den Vereinsverantwortlichen habe er gemerkt, dass es gleiche Vorstellungen gebe, wie mit dem VfL in den kommenden Jahren erfolgreich und attraktiv Fußball gespielt werden könne, sagte der Oberösterreicher. Auch von den hervorragenden Bedingungen in Wolfsburg sei der 44-Jährige rasch überzeugt gewesen, sodass für ihn schnell klar gewesen sei, dass er diese Aufgabe annehmen wolle. Mit einem Jahresbudget von mehr als 70 Millionen Euro wird er im Vergleich zum Lask, der mit elf Millionen pro Jahr haushalten muss, wohl nicht vornehmlich auf Spielerverkäufe angewiesen sein, er kann sich so der Weiterentwicklung der Überraschungself dieser Bundesligasaison widmen. Möglich gemacht hat dies erst eine Ausstiegsklausel, Glasner kostet die Wolfsburger 1,5 Mio. Euro.

Bei den „Wölfen“ trifft Glasner auch auf seinen Ex-Lask-Keeper Pavao Pervan, der im Saisonfinale das Tor des VfL hütet. Glasner, der auch sein Trainerteam aus Linz nach Norddeutschland mitbringen wird, soll auch für den Trainerposten beim VfB Stuttgart und Schalke 04 im Gespräch gewesen sein.

Der Trainer des Lask, aktuell Zweitplatzierter der heimischen Liga, wird der 14. österreichische Trainer in der deutschen Bundesligageschichte sein. Max Merkel („Das Runde ist der Ball“) führte in den Anfangsjahren der Bundesliga die Traditionsvereine 1860 München und 1. FC Nürnberg zu zwei Meistertiteln, 20 Jahre später feierte der Hamburger SV unter Trainer Ernst Happel mit zwei Bundesliga-Meisterschaften und dem Europapokal der Landesmeister die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte.

 

„Kulttrainer“ Stöger

Auch wenn immer wieder Österreicher einen Trainerjob in der Bundesliga erhielten, musste man doch einige Jahre auf weitere Erfolge warten. Peter Stöger führte den 1. FC Köln 2013 von der zweiten Liga bis auf Platz fünf in der höchsten deutschen Spielklasse. In der Saison 2017/18 sicherte der Wiener „Kulttrainer“ mit Co-Trainer Manfred Schmid Borussia Dortmund die Champions-League-Teilnahme. Ein Jahr nach Stöger tauchte mit Ralf Hasenhüttl ein weiterer Österreicher in der Bundesliga auf. Der Steirer, der es wie Stöger als Spieler auch zu ÖFB-Team-Ehren gebracht hatte, war mit der „No-Name-Truppe“ des FC Ingolstadt in Deutschlands höchste Liga aufgestiegen. Bereits ein Jahr später schnappte sich Aufsteiger RB Leipzig Hasenhüttl als Cheftrainer, um überraschend auf Anhieb die deutsche Vizemeisterschaft zu erreichen. Nach zwei Jahren verließ der Ex-Stürmer wegen Unstimmigkeiten bei der Vertragsverlängerung die Bullen.

Dafür tauchte im Sommer 2018 mit Adi Hütter ein neuer Name auf der Liste der heimischen Bundesligatrainer auf. Er schreibt als Nachfolger von Niko Kovač als Trainer beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt bereits an einer neuen Erfolgsgeschichte.

Zur Person

Oliver Glasner (44) ist seit 2015 Trainer beim Linzer Bundesligaverein Lask. Zwischen 1992 und 2011 absolvierte der Oberösterreicher für die SV Ried 516 Spiele in der ersten Bundesliga und in der zweiten Division. Mit den Innviertlern gewann der Verteidiger zweimal den ÖFB-Cup. Vor dem Engagement beim Lask war er Co-Trainer bei Red Bull Salzburg. Im Sommer wechselt Glasner zum VfL Wolfsburg in die deutsche Bundesliga.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2019)

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