"Mit Koller zu 100 Prozent zufrieden"

Sportdirektor Willi Ruttensteiner, 54, ist nach wie vor von Marcel Kollers Qualitäten überzeugt, auch das Teamgefüge sei intakt. Nun aber müssen Siege folgen.

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(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)

Bremen/Wien. Heute treffen Österreichs Fußball-Nationalteamspieler in Wien zusammen, Teamchef Marcel Koller erwartet sie bereits sehnsüchtig. Bis zum WM-Qualifikationsspiel gegen Moldau am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF 1) im Ernst-Happel-Stadion bleibt nur wenig Zeit zur Vorbereitung, manche Automatismen wollen aufgefrischt, vielleicht auch ein neues System eingeübt werden.

Wird gegen Moldau kein Sieg eingefahren, dann dürfte die Weltmeisterschaft in Russland 2018 ohne Österreich stattfinden. Willi Ruttensteiner, Sportdirektor des ÖFB, sagt: „Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Wir haben zuhause Punkte liegengelassen, auch in Serbien, wo wir fantastisch gespielt haben.“ Ruttensteiner ist nach wie vor von einer erfolgreichen Qualifikation überzeugt, „aber das geht nur mit Siegen.“

Mit nur vier Punkten aus vier Spielen steht das ÖFB–Team tatsächlich bereits mit dem Rücken zur Wand: „Ich sehe die beiden Spiele im Frühjahr gegen Moldau und in Irland als entscheidende Spiele. Wenn es gelingt, zwei Siege zu liefern, starten wir vom mentalen Bereich her hervorragend in den Herbst.“

Koller, der richtige Teamchef

Die misslungene Europameisterschaft und der schwache Start in die WM-Qualifikation haben sportliche Narben hinterlassen, teamintern aber sollen sich entgegen anderslautender Meldungen keine Gräben aufgetan haben. „Wenn irgendjemand sagt, dass in diesem Team das Teamgefüge nicht stimmt, dann lügt er. Das ist einfach die Unwahrheit“, erklärt Ruttensteiner und führt weiter aus. „Ich sehe, wie die Spieler miteinander umgehen, nach dem Essen einen Kaffee trinken und sich unterhalten. Die Mannschaft, das Gefüge, die Beziehung zum Trainer stimmen zu 1000 Prozent.“

Die Diskussion, an welcher Position David Alaba denn am besten aufgehoben sei, habe der 54-Jährige freilich aufmerksam verfolgt. „David hilft uns im zentralen Mittelfeld wahnsinnig. Dass er auch auf der Seite Weltklasse spielen kann, ist sowieso klar“, bemerkt der Oberösterreicher, der allerdings klarstellt: „Letztendlich obliegt es dem Trainer, dass er sagt, wo die größte Effektivität im Sinne der gesamten Mannschaft gegeben ist.“

Die kommenden Spiele dürften auch für Marcel Koller richtungsweisenden Charakter haben, der Vertrag des Schweizers läuft im Falle einer verpassten Qualifikation 2017 aus, ansonsten noch bis zur Endrunde 2018. Ruttensteiner stellt Koller ein gutes Zeugnis aus, nach wie vor. „Ich bin mit seiner Arbeit zu 100 Prozent zufrieden. Er hat das Team von 2011 bis 2015 auf Rang zehn der Weltrangliste geführt, seither gibt es eine Abwärtsentwicklung auf Platz 34. Für mich ist er aber in beiden Phasen der gleiche Trainer, die gleiche Persönlichkeit. Er hat nichts an Motivation verloren.“ (cg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2017)

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