Bundesliga

Austrias ersehnter Premierensieg löst längst nicht alle Probleme

Die Wiener holten durch ein 2:0 gegen den LASK erstmals drei Punkte, die Personaldecke wird durch Abgänge und Verletzungen aber bedrohlich dünn.

Raphael Holzhauser und Austria müssen personelle Rückschläge verkraften.
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Raphael Holzhauser und Austria müssen personelle Rückschläge verkraften.
Raphael Holzhauser und Austria müssen personelle Rückschläge verkraften. – (c) APA/GEORG HOCHMUTH

Wien. Die Austria hat in der vierten Runde den ersehnten ersten Bundesliga-Saisonsieg eingefahren, die Personaldecke wird jedoch dünner. Wie kurz vor dem Anpfiff gegen den LASK (2:0) bekannt wurde, muss bei Alexander Grünwald eine im Derby zugezogene Knorpelverletzung im rechten Knie heute in Augsburg operativ behandelt werden. Die Herbstsaison ist für Grünwald damit vorbei. Neben dem bevorstehenden Abgang von Torschützenkönig Larry Kayode verliert die Austria mit dem Kärntner (elf Tore) auch ihren zweitbesten Scorer der abgelaufenen Saison.

„Natürlich muss man sich Gedanken machen“, sagte Trainer Thorsten Fink auf die Frage nach möglichen Konsequenzen auf dem Transfermarkt. Schnellschüsse dürfte es aber vorerst nicht geben. „Wir schauen einmal, ob es reicht bis Jänner von der Qualität des Kaders. Es ist schwierig, aber nicht unlösbar“, betonte der Deutsche. Im zentralen Mittelfeld werden die Optionen dennoch knapp. Der 20-jährige Dominik Prokop scheint nun gesetzt, erster Ersatzmann ist Allrounder David de Paula. Dass mit dem Spanier verlängert wurde, war aktuell gesehen nicht die schlechteste Entscheidung. Nächster Kandidat wäre bereits der erst Freitag verpflichtete Südkoreaner Lee Jin-hyun. Dem noch 19-Jährigen muss jedoch erst eine Akklimatisierung bei seiner ersten Auslandsstation zugestanden werden. Gegen den LASK verfolgte Lee die Partie von der Tribüne aus.

Wirklich Ruhe einkehren will bei der Austria momentan nicht, auch die Causa Petar Filipovic beschäftigt die Vereinsspitze. Der Innenverteidiger hat ein konkretes Angebot aus der Türkei vorliegen, wie Vorstand Markus Kraetschmer bestätigte. Filipovic habe in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel. „Wir sind letztendlich in einer gewissen Zuseherrolle“, meinte Kraetschmer. Sollte der Deutsch-Kroate die Klausel nutzen, stünde der Vizemeister plötzlich ohne eine weitere Stammkraft da. Fink: „Dann zu sagen, wir spielen noch um die Meisterschaft, wäre problematisch.“

 

Der Job eines Stürmers

Was vor dem Hinspiel im Play-off zur Europa League beim NK Osijek am Donnerstag positiv stimmte, war nicht nur der Sieg. Mit Friesenbichler traf erstmals in dieser Saison auch ein Stürmer. Der für ihn eingewechselte Christoph Monschein bereitete dann das 2:0 durch Felipe Pires in der Nachspielzeit vor. Der vor einer Unterschrift bei Manchester City stehende Larry Kayode war mit einem Mal vergessen. „Wir haben zwei gute Stürmer, beide haben heute einen Scorerpunkt gemacht. Sie sind sehr wichtige Spieler für uns“, sagte der als Kapitän eingelaufene Raphael Holzhauser. Friesenbichler spielte die Bedeutung seines ersten Saisontreffers herunter. Dass er einem Erfolgserlebnis nachlaufe, sei intern nie Thema gewesen. „Wir wissen, was wir können, und der Trainer vertraut auf unsere Stärken“, betonte der Mittelstürmer. „Der Sieg heute ist sicher wichtiger als mein Tor.“

Der Erfolg für die Violetten war auch wichtig, um die Tabellenspitze nicht frühzeitig gänzlich aus den Augen zu verlieren. Leader Sturm hat nach vier Spielen das Punktemaximum zu Buche stehen. Trainer Franco Foda: „Wir müssen demütig bleiben, daran haben wir auch im vergangenen Jahr gut getan.“ (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2017)

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