Toni Polster: „Bundesliga? Die habe ich abgehakt“

Toni Polster lieferte mit Drittligist Wiener Viktoria die Cup-Überraschung. Polster, 55, über Ziele und Enttäuschungen.

Toni Polster und der Jubel eines Regionalligisten: Die Wiener Viktoria warf Hartberg aus dem ÖFB-Cup.
Toni Polster und der Jubel eines Regionalligisten: Die Wiener Viktoria warf Hartberg aus dem ÖFB-Cup.
Toni Polster und der Jubel eines Regionalligisten: Die Wiener Viktoria warf Hartberg aus dem ÖFB-Cup. – GEPA pictures

Wien. Mit dem TSV Hartberg hat es bereits in der ersten Runde des ÖFB-Cups ein prominentes Opfer gegeben. Der Bundesligist aus der Steiermark unterlag am Samstag der Wiener Viktoria, trainiert von Toni Polster, mit 3:5 im Elfmeterschießen – nach der Verlängerung war es 2:2 gestanden. Polster hatte mit dieser Überraschung seit der Auslosung spekuliert, „ich habe den Glauben meiner Mannschaft vorgelebt“, sagt der 55-Jährige am Sonntag im Gespräch mit der „Presse“. Bereits acht Tage vor dem Spiel gegen die Hartberger habe er erstmals Elfmeter trainieren lassen, „den Zettel mit den Schützen hatte ich schon beim Anpfiff in der Hosentasche.“

Polster sprach am Tag nach dem Aufstieg von einem „großartigen Erlebnis“, seine erst vor wenigen Wochen in die Regionalliga Ost aufgestiegene Mannschaft sei „über ihre Schmerzgrenzen gegangen.“ Einen Wunschgegner für die zweite Runde hat der ÖFB-Rekordtorschütze (44 Tore in 95 Spielen) nicht. Natürlich wäre ein Duell mit seinem Exklub, der Austria, am 24. oder 25. September speziell, aber „diese zweite Runde wird so oder so besonders“.

Seit fünfeinhalb Jahren trainiert Polster nunmehr wieder die Wiener Viktoria, er hat hier ein sportliches Zuhause gefunden – auch, weil höhere Sphären, zumindest gegenwärtig, für ihn nicht erreichbar scheinen. Seine Karriere als Bundesligatrainer war ein kurzes Intermezzo, bei der Admira wurde er nach nur vier Pflichtspielen und drei Niederlagen in der Liga (Torverhältnis 2:11) im August 2013 entlassen.

Seitdem bewegt sich Polster mit der Viktoria zwischen der Dritt- und Viertklassigkeit des österreichischen Fußballs. Ob er noch das Ziel verfolge, als Trainer in die Bundesliga zurückzukehren? „Nein, das habe ich abgehakt. In der jüngeren Vergangenheit wurden in der ersten und zweiten Liga enorm viele Trainer gewechselt, aber einer der erfolgreichsten der vergangenen Jahre, nämlich ich, hat dabei keine Rolle gespielt“, bemerkt Polster und verweist sogleich auf seine insgesamt vier Meistertitel und die Cup-Überraschungen gegen Hartberg und Kapfenberg (2012).

Die Frage, warum er bei den heimischen Topklubs nicht zum Zug kommt, stellt sich Polster mittlerweile nicht mehr. „Ich habe mir ein paar Jahre darüber Gedanken gemacht, habe es aufgegeben . . .“

 

Austria? „Zu viele Fehlkäufe“

Natürlich verfolgt Polster weiter intensiv die Geschehnisse bei der Austria, die dieser Tage intensiv daran arbeitet, Peter Stöger als Sportvorstand zu verpflichten, und an den letzten Vertragsdetails feilt. Polster würde die Bestellung seines ehemaligen Nationalteam-Kollegen begrüßen, „weil Stöger eine hohe Fußballkompetenz hat, die Austria diese braucht“.

Zu viele Fehlkäufe habe Violett in der Vergangenheit getätigt, „auch schon unter Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Das war eigentlich ein Wahnsinn.“

1. RUNDE, ÖFB-CUP

Köttmannsdorf – Austria 0:9
Parndorf – Salzburg 1:7
Vöcklamarkt – Lask 2:6

Anif – Sturm Graz 1:4
Treibach – WSG Tirol 1:2
SAK Klagenfurt – WAC 0:9
Gloggnitz – St. Pölten 1:2

Wr. Viktoria – Hartberg 5:4 i.E.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2019)

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