Ronaldo und Messi: Die letzte Chance auf Vollendung großer Karrieren

Fussball-WM Den Superstars fehlt der WM-Sieg in ihren Sammlungen.

Cristiano Ronaldo und Lionel Messi fehlt nur noch der WM-Sieg.
Cristiano Ronaldo und Lionel Messi fehlt nur noch der WM-Sieg.
Cristiano Ronaldo und Lionel Messi fehlt nur noch der WM-Sieg. – APA/AFP/JOSEP LAGO

Wien. Sie sind die besten Fußballer der letzten Jahre, für die jüngste Fan-Generation sind Cristiano Ronaldo und Lionel Messi die Synonyme für Weltfußballer. Seit zehn Jahren spielen sich die beiden Ausnahmekönner den von der Fifa verliehenen goldenen Ball für den besten Spieler des Jahres untereinander zu – seit 2008 hielten sie je fünf Mal die Trophäe in Händen. Ronaldo und Messi sammeln mit Real Madrid (davor Manchester United) bzw. FC Barcelona in Liga, Cup oder Champions League Titel am laufenden Band, die höchste Auszeichnung im Weltfußball aber fehlt in ihrer Vita noch: der WM-Sieg. In Russland haben Ronaldo, 33, und Messi, der am 24. Juni seinen 31. Geburtstag feiern wird, wohl ihre letzte Chance.

Ronaldo und Messi sind beide Großverdiener, haben exorbitante Ablösesummen in ihren Verträgen stehen und bei der Steuererklärung getrickst, doch in Physis, Charakter und Spielstil könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Eitler Modellathlet, der sich und seine vier Kinder von drei unterschiedlichen (Leih-)Müttern in sozialen Netzwerken präsentiert auf der einen Seite, auf der anderen der kleinwüchsige, introvertierte Vater dreier Söhne, der mit seiner Jugendliebe verheiratet ist. Beide zelebrieren Fußball auf unnachahmliche Weise, die Wahl zwischen kraftvollen Tempoantritten und filigranen Kurvenläufen ist reine Geschmackssache.

Im ewigen Vergleich ist Ronaldo seinem Erzrivalen seit dem EM-Sieg 2016 einen großen Titel mit der Nationalmannschaft voraus. Dabei verletzte sich ausgerechnet der Superstar im Finale gegen Frankreich (1:0 nach Verlängerung) früh. Auf WM-Ebene ist Ronaldo seine größte Qualität bei den vergangenen drei Teilnahmen schuldig geblieben. Der Mann der Torrekorde hält bei erst drei WM-Treffern. 2006 wurde er mit Portugal Vierter, 2010 folgte das Achtelfinal-Aus gegen den späteren Weltmeister Spanien und 2014 der Abschied nach der Vorrunde. „Wir wissen, dass wir keine Favoriten sind“, sagte Ronaldo in Russland. „Wir werden dasselbe tun wie 2016: Bis zum Ende kämpfen und sehen, was dabei rauskommt.“

Messi läuft dem ersten Titel mit dem Team noch hinterher, hat inzwischen schon ein Endspiel-Trauma: Zu den Finalniederlagen bei der Copa America 2007, 2015 und 2016 gesellte sich 2014 in Brasilien im WM-Finale gegen Deutschland die bislang bitterste. Durch seinen frühen Wechsel nach Spanien genießt Messi in der Heimat keinen bedingungslosen Rückhalt, vor zwei Jahren erklärte er enttäuscht gar seinen Rücktritt. Selbst Staatspräsident Mauricio Macri schaltete sich ein und überzeugte „La Pulga“, den Floh, vom Comeback. An Messis Ziel hat sich dadurch nichts geändert: „Einen großen Titel mit der Nationalmannschaft.“ (swi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2018)

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