WM-Übertragung: Ein Spiel kostet 265.625 Euro

Der ORF zeigt im Juni insgesamt 155 Stunden Matches. Im WM-Studio Johannesburg sind 15 ORF-Mitarbeiter vor Ort, 90 arbeiten in Wien an der Übertragung. Die Kosten dafür belaufen sich auf 9,8 Mio. Euro.

(c) GEPA (Richiardi)

Der Handel mit TV-Sportrechten ist schlimmer als der Waffenhandel“, soll ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz einst gesagt haben– die Anekdote plauderte Informationsdirektor Elmar Oberhauser am Dienstag grinsend aus. Die beiden präsentierten das ORF-Programm zur Fußball-WM, die nächste Woche beginnt: Ihr Sender zeigt alle 64Spiele in HDTV. Als Livestream laufen sie (greift man von Österreich und einzelnen anderen Ländern Europas aus darauf zu) auch auf Orf.at – in der TVthek „nachschauen“ kann man sie allerdings nicht. Rund sieben Millionen Euro soll der ORF für die Rechte schließlich bezahlt haben. Als Vergleichswert gab Wrabetz die Kosten für die WM-Bilder 1998 aus Frankreich an: „günstige“ 900.000Euro.

Im WM-Studio Johannesburg sind 15 ORF-Mitarbeiter vor Ort, 90 arbeiten in Wien an der Übertragung. Die Kosten dafür sind mit 9,8 Mio. Euro ähnlich hoch wie bei der letzten WM 2006 in Deutschland. Zur Analyse holt der ORF diesmal neben Herbert Prohaska die ehemaligen Aktiven Roman Mählich, Manfred Zsak und Ex-Schiedsrichter Fritz Stuchlik ins Studio. Weiteren Input liefert die Fifa: Sie hat Kamerateams organisiert, die die einzelnen Mannschaften in Südafrika begleiten und ihr Drehmaterial allen TV-Stationen zugänglich machen. Auch für hör- und sehbehinderte ORF-Kunden gibt es heuer spezielle Angebote: Untertitelungen bzw. Audiodeskription der Matches.

Neben dem ORF-Begleitprogramm mit vielen Dokus legt auch Okto (ab 5.Juni, www.okto.tv) den Fokus auf den Fußball.

Trost träumt von den zwei Millionen Zuschauern, die das Finale 2006 erreichte, im Durchschnitt wünscht er sich 800.000 pro Match – freilich mehr, wäre die österreichische Elf dabei... „Wir sind für fast alles verantwortlich“, schmunzelte Wrabetz, „aber dafür, dass unser Team nicht dabei ist – dafür nicht.“ Nächste Chance: bei der WM 2014 in Rio, dafür hat der ORF die Übertragungsrechte an allen Spielen schon erstanden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2010)

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