US Open: Sicherheitsunternehmen gegen Wettbetrug

Erstmals ist es bei den US-Open sowohl Spielern als auch Trainern untersagt zu wetten.

Gepa (Martin Dirninger)

Die Angst vor Manipulationen geht um bei den US Open der Tennisprofis in New York. Manipulationen, wie sie Schiedsrichter Tim Donaghy kürzlich in der US-Basketball-Profiliga zugegeben hat. Aber auch vor einem neuerlichen Wettskandal, für den es vor vier Wochen beim ATP-Turnier in Sopot Anzeichen gegeben hat. Die Organisatoren in Flushing Meadows haben ein renommiertes New Yorker Sicherheitsunternehmen beauftragt, das Machenschaften schon im Keim ersticken soll.

In Sopot hatte es im Match des Weltranglisten-Vierten Dawidenko und des Argentiniers Martin Vassallo Arguello es ungewöhnlich hohe Wetteinsätze auf einen Sieg des Außenseiters gegeben, als dieser den ersten Satz glatt verloren hatte. Favorit Dawidenko gab schließlich im dritten Satz auf. Für die Partie seien knapp sieben Millionen Dollar an Wetteinsätzen eingegangen, was rund das Zehnfache des Üblichen gewesen sei, teilte damals der britische Wettanbieter mit und nahm die Partie deshalb aus dem Programm. Der ins Zwielicht geraten Dawidenko wies jede Schuld von sich und ging in New York am Montag ganz normal seiner Arbeit nach.

Dass die US-Open-Veranstalter nun im Vorfeld der Millionen-Veranstaltung alle Spieler nochmals darauf hingewiesen haben, dass es ihnen - wie auch ihren Betreuern - verboten ist zu wetten, darf als Folge der Ungereimtheiten in Sopot gesehen werden. Verstöße werden von der ATP und der Damen-Tour WTA mit einer Geldstrafe von 100.000 Dollar und einer lebenslangen Sperre geahndet. Vorausgesetzt die Schuld ist erwiesen, was im Fall Dawidenko nicht gelungen ist. Die ATP untersucht jedoch weiter, auch mit Hilfe einer britischen Pferderennsport-Institution, die mit Wettabläufen bestens vertraut ist.

Trotzdem wird die Branche mit einer gewissen Skepsis beobachtet. Denn im Gegensatz zu Mannschaftssportarten bedarf es im Tennis nur der Mithilfe eines Akteurs, um ein Spiel zu manipulieren. Im Internet sind Wetten auf Tennisspiele nach Galopprennen und Fußball im Umsatz die Nummer drei: So registrierte die Internet-Börse Betfair im Juli 71,5 Millionen Tenniswetten.

Bei den US Open sollen die "Wachmänner" aus der Firma eines früheren New Yorker Polizeichefs vor allem vorbeugend handeln und diskret, aber genau alles unter die Lupe nehmen. Jedermann sei aufgefordert, Unregelmäßigkeiten anzuzeigen. Wie die "New York Times" schrieb, soll es sogar eine kostenlose Telefonnummer für Spieler, Trainer und Betreuer geben, die auch anonyme Hinweise entgegennimmt.

"Es gibt keine Anhaltspunkte, und es gibt aktuell überhaupt keinen Anlass, von dem wir erfahren hätten", erklärte unterdessen der Chef des Profitennis im amerikanischen Tennis-Verband USTA, Arlen Kantarian. "Unsere Maßnahme dient der Prävention. Und ich denke, es ist gut, wenn wir besonders achtsam sind." Unterstützung und ein großes Lob bekam Kantarian von WTA-Chef Larry Scott. "Ich gratuliere der USTA, weil ich denke, dass die Maßnahmen sehr sinnvoll sind." (APA)

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