Marathon: Linz hat eine Lauf-Prinzessin

Eva-Maria Gradwohl gewann den Linz-Marathon und löste das Olympia-Ticket. Susanne Pumper dominiert die Halb-Distanz.

(c) Gepa (Matthias Hauer)

LINZ (dat.). Sie sind beide Mütter, durchtrainiert, nervenstark und unheimlich laufsicher. Nehmen Eva-Maria Gradwohl und Susanne Pumper eine Marathondistanz unter die Beine, ist Spannung garantiert. Das geschah auch am Sonntag beim 7. OMV Linz Donau Marathon. Die 35-jährige Steirerin Gradwohl siegte bei den Damen in 2:30:51 Stunden und realisierte zwei Ziele – sie unterbot damit sowohl das Olympialimit von 2:33 Stunden als auch den österreichischen Rekord um 1:30 Minuten. Für die 37-jährige Wienerin Pumper war der Auftritt in Linz „nur“ ein Kurz-Gastspiel, sie gewann in Rekordzeit über die Halbdistanz in 1:12:20 Stunden. Das lässt für die Vienna City Marathon am 27. April hoffen, da will die LCC-Athletin über 42,195 km starten. Sie sagt: „Meine Form passt, ich bin bereit.“


Lebenszeichen aus Österreich

Aufgrund der gelaufenen Zeit war die Freude bei Gradwohl enorm. Obwohl zwischen diesem Limit, Siegzeiten wie beim zeitgleich stattfindenden London-Marathon – die Deutsche Irina Mikitenko gewann in 2:24:14,2 Stunden – oder gar einem Podestplatz bei einem Großereignis Welten liegen, ist es für Österreichs Leichtathletik mehr als nur ein Lebenszeichen, bei den Spielen in Peking vertreten zu sein. Wer weiß, vielleicht folgt ihr auch noch Pumper mit einem Sprint über die Ringstraße?

Für Eva-Maria Gradwohl, sie ist Lebensgefährtin des in mehrere Doping-Affären verwickelten Ex-Langlauf-Trainers Walter Mayer, ist es eine Premiere. Und nach dem größten Sieg ihrer Karriere war der Titelverteidigerin die Erleichterung auch deutlich anzumerken. „Ich bin von Anfang an voll auf Risiko gegangen. Ich wollte einfach so lange laufen, bis mir die Kraft ausgeht. Aber die Form ist traumhaft. Und auch die tausenden Leute entlang der Strecke haben einen großen Anteil an diesem Erfolg. Ich bin mir wie die ,Prinzessin von Linz‘ vorgekommen, die zum Hauptplatz hofiert wird...“ Bei den Herren setzte sich vor 100.000 Zuschauern der Kenianer Elisa-Kiptum Maindi in 2:10:18 Stunden durch.


Lel landet London-Hattrick

Der Kenianer Martin Lel gewann am Sonntag nach 2005 und 2007 zum dritten Mal den London-Marathon. Der 29-Jährige markierte in 2:05:15 Stunden auch neuen Streckenrekord und verpasste den Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:04:26, Berlin 2007) um 49 Sekunden. Lels Zeit ist die viertbeste der Geschichte. In der Olympia-Saison war bisher nur Gebrselassie bei seinem Sieg in Dubai in 2:04:53 Stunden schneller als Lel.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2008)

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