Lanzinger: "Muss schnell wieder auf die Füße kommen"

In etwa sechs bis acht Wochen ist für Matthias Lanzinger die Rehabilitation beendet. Motivation hat er sich beim Motorrad-Rennen geholt.

Matthias Lanzinger stellte sich den Journalistenfragen.
Matthias Lanzinger stellte sich den Journalistenfragen.
(c) Gepa (Felix Roittner)
Sechs Woche nach seinem Sturz beim Super G in Kvitfjäll (NOR) und der folgenden Beinamputation geht für Matthias Lanzinger die Therapie vor. Eine Einladung von Tennisstar Roger Federer zum Turnier in Lissabon musste er deshalb absagen. Seit Montag arbeitet der Salzburger in Bad Häring mit seinem Sportlehrer Roland Trauner, am Dienstag nahm er sich eine Stunde für Journalistengfragen Zeit - der Medienrummel war groß.

"Für die kurze Zeit der Therapie habe ich schon ein gutes Gangbild", sagte der 27-Jährige. "Die Spazierstöcke brauche ich für normales Gehen nur wegen des Gleichgewichtes." Wenn Unbeteiligte hinsehen, können sie nicht erkennen, dass Lanzingers linkes Bein eine Prothese ist, berichteten seine Therapeuten.

"Er ist ein sehr disziplinierter Patient. Der große Vorteil bei ihm ist, dass er weiß, seinen Körper zu beherrschen", erklärte Hans Peter Jonas, der ärztliche Leiter Bad Härings. "Bei normalen Patienten braucht man oft Wochen, um richtige Bewegungen zu trainieren. Bei Matthias war das anders, er hat seinen Sportlehrer fast brotlos gemacht."

Motorrad-Rennen als Motivation


Ein Besuch beim Motorrad-Grand-Prix in Estoril war für Lanzinger Motivation, die Schufterei der Rehabilitation auf sich zu nehmen. "Denn da sah ich, dass ich schnell wieder auf die Füße kommen muss, um selber wieder auf der Maschine zu sitzen", erklärte der 27-Jährige, ein begeisterter Motorradfahrer. In Estoril fuhr Lanzinger schon mit einem Scooter den Ring ab. "Um Valentino (Rossi, Anm.) die richtige Linie zu zeigen", scherzte er. Das Rennen live und aus der Nähe zu sehen, war für Lanzinger "eines meiner schönsten Erlebnisse".

Training der Feinmotorik


"In der Gehschule muss ich die Feinmotorik und die Tiefensensorik derzeit trainieren", so Lanzinger. Dabei gehe es um Automatisierung von täglichen Vorgängen wie Stiegensteigen. In sechs bis acht Wochen soll er aus dem Rehabilitationszentrum mit der endgültigen Prothese entlassen werden.

Seinen Horrorsturz hat er selbst noch nicht gesehen. "Die Zeit wird weisen, ob ich es will oder kann", erklärte der 27-Jährige. Auch ob er dem Spitzensport, eventuell in der ÖSV-Versehrtentruppe, erhalten bleibt, konnte Lanzinger am Dienstag noch nicht sagen. "Das wird die Zeit weisen. Jedenfalls werde ich weiterhin täglich trainieren. Denn das taugt mir."
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