Großkampftag für Österreichs Leichtathleten

Am Eröffnungstag der 22. Europameisterschaften der Leichtathletik in Zürich sind bereits neun von 13 Athleten im Einsatz. Als größte Hoffnungen gelten Hürdensprinterin Beate Schrott und Mehrkämpfer Dominik Distelberger.

ATHLETICS - AUT-Championships
ATHLETICS - AUT-Championships
ATHLETICS - AUT-Championships – (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Walter Luger)

Gleich der erste Tag der 22. Leichtathletik-EM wird den Weg für Österreichs Elite weisen. Gleich neun der insgesamt 13 Athleten sind am Dienstag in Zürich am Start. Den Anfang macht Zehnkämpfer Dominik Distelberger, der beim Mehrkampf in Götzis ein deutliches Lebenszeichen für die von internationalen Erfolgen nicht gerade geplagte österreichische Leichtathletik abgab. Der Purgstaller schraubte seine persönliche Bestleistung auf 8168 Punkte. Damit sind seine Erwartungen und die des Verbandes für die EM dementsprechend mitgewachsen. Aber Distelberger, der in den vergangenen Jahren mehr an Verletzungen laborierte, ist zuversichtlich: "Ich will einen konstantes Wettkampf abliefern, dann sollte auch die angestrebte Top-Ten-Platzierung drinnen sein."

Signalwirkung

Ein guter Start von Zehnkämpfer Distelberger könnte Signalwirkung für seine Teamkameraden haben. Nur knapp später steigt Kira Grünberg in das Wettkampfgeschehen ein. Sie will im Stabhochsprung hoch hinaus. Um die Qualifikation für das Finale der besten Zwölf zu schaffen, muss Grünberg ihren österreichischen Rekord von 4,41 Meter um neun Zentimeter überbieten. Aber auch ohne Finale bei ihrer ersten Freiluft-EM bei den Großen, sieht sie ihr Trainervater Frithjof am richtigen Weg: „Kira macht ein altersgerechtes Training. Manche gleich alte Konkurrentin mag in ihrem Alter höher springen, wir setzen auf einen kontinuierlichen Aufbau". Und dieser soll die Vierte der Junioren-WM 2012, die am Mittwoch 21 Jahre alt wird, bei einer der kommenden Europameisterschaften nach vorne bringen.

Elisabeth Eberl braucht im Speerwurf nur ihre heurige Saisonbestleistung von 57,56 Meter erreichen. Dann hätte sie die Qualifikationsmarke von 57,50 Meter überboten und den Einzug in das Speerwurffinale, das Donnerstag am Abend steigt, geschafft. Das traut sich die vom ehemaligen Spitzenspeerwerfer trainierte Eberl daraus zu. Knapp nach 11 Uhr ist der 21-jährige Thomas Kain über 400 Meter Hürden am Start. Der für Auersthal startende Kain hat eine nicht undankbare Aufgabe, erwartet doch keiner von ihm einen Aufstieg. Im vorletzten der fünf Vorläufe trifft er auf Niall Flannery, einem der Mitfavoriten auf eine EM-Medaille über die Stadionrunde. Auch Kain, der unter den Fittichen von Jürgen Mallow steht, hat eine kontinuierliche Leistungsentwicklung hinter sich, das Erreichen des EM-Limits war nicht unbedingt geplant.

Schrott ist Semifinale zuzutrauen

Eine ähnliche Ausgangsposition wie Kain hat der Niederösterreicher Christian Steinhammer. Als letzter auf dem EM-Zug aufgesprungen kann Steinhammer im ersten der beiden Qualifikationsläufe über 3000 Meter Hindernis nur überraschen. Das derzeit eher regnerische Wetter in Zürich wird ihm bei seiner Premiere am Letzigrund sicherlich unterstützen, denn Langstreckenläufer brauchen keine Hitze. Regen haben Hürdensprinterinnen wie Beate Schrott nicht so gerne. Denn jeder Schritt muss bei der 100 Meter Hürdendistanz passen. Aber Schrott mit ihrer großen internationalen Erfahrung weiß, was auf sie zukommt. Perfektionistisch wie die Olympiafinalistin nun einmal ist, wurde zu Hause in St. Pölten auch die Fahrt vom Aufwärmplatz zum Stadion simuliert. Die Athleten wärmen in Regensdorf, im nördlichen Teil von Zürich gelegen auf und werden dann auf direktem Weg ins Stadion gebracht. Schrott, die wegen einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung lange am Antreten bei der EM zweifelte, ist der Einzug in das Semifinale zuzutrauen. Dann würde am Abend des Dienstagsein zweiter Auftritt am Letzigrund winken.

Mit Gerhard Mayer ist ein ebenfalls international recht erfahrener Athlet in der Diskus-Qualifikation am Start. Nach einem durchaus gelungenen Saisoneinstieg kam der Olympiateilnehmer von London 2012 nicht mehr an seine Bestleistungen heran. Aber dem ebenfalls von Gregor Högler betreuten Niederösterreicher ist ein Ausreißer in die richtige Richtung durchaus zuzutrauen.

Gleich zwei Vertreter des ÖLV sind über die 800 Meter am Eröffnungstag am Start. Im ersten der vier Vorläufe ist Andreas Rapatz am Start. Zum direkten Aufstieg bedarf es eines Platzes unter den ersten Drei des Vorlaufes. In seinem Lauf ist auch der Pole Marcim Lewandowski, einer der für eine Medaille hoch gehandelten Läufer, dabei. Im zweiten Lauf kämpft die große österreichische Nachwuchshoffnung Nikolaus Franzmair um seine erste Chance bei Europameisterschaften. Der 19-jährige Linzer durfte sich vor drei Wochen mit den Besten seiner Altersklasse bei der Junioren-WM in Eugene messen. Das Finale über seine Lieblingsdistanz verpaßte Franzmair nur ganz knapp.

Unter dem Strich keine einfachen Aufgaben für die ÖLV-Crew. Aber für einen Großteil des Teams sind es die ersten Europameisterschaften und für diese Athleten gilt es Erfahrungen zu sammeln.

 

 

(red./herbas)

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