Kohl im Interview: "Meine Aussagen bergen Gefahr"

Der gefallene Sport-Held erläutert seine Beweggründe für das Karriereende, wie mit 19 Jahren alles begann und warum er auch Gendoping vielleicht nicht ausgeschlossen hätte.

RADSPORT - PK, Bernhard Kohl
RADSPORT - PK, Bernhard Kohl
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APA: Herr Kohl, warum gibt es für Sie keinen Weg zurück in den Profiradsport?

Kohl: "Mein Weg hat sich mir immer klarer dargestellt, man fasst immer klarere Gedanken. Irgendwann war da die Weggabelung mit zwei Richtungen. Da ist ein Weg, der Profisport, und da der andere Weg, der Rücktritt. Links steht Lügen und Doping, rechts steht, dass man das Lügen satt hat. Ich habe soviel miterlebt in dem vergangenen halben, dreiviertel Jahr, wo ich knapp daran war, dass ich zerbrochen bin. Und mit Hilfe der Familie und der wahren Freunde habe ich mich dann doch wieder gefangen. Dann war mit klar, dass ich mit dem System, wie es im Sport leider Gottes herrscht, einfach nicht mehr leben kann. Und nicht mehr leben will. Wenn ich retourkommen wollte, ginge das ganze Kartenhaus wieder von vorne los. Und die Kraft habe ich auf keinen Fall. Ich habe das Ganze jetzt einmal durchlebt, die öffentliche Abstrafung."

Sie sind jetzt 27 und waren 19, als Sie das erste Mal zu unerlaubten Mitteln gegriffen haben...

Kohl: "... ja, mit 19 Jahren habe ich das erste Mal Doping benutzt, als ich ins Heeressportzentrum gekommen bin, so früh fängt das an. Das ist der U-23-Bereich."

Mit welchem Alter war Ihnen denn erstmals bewusst, dass das, was Sie nehmen, nicht nur ihre Leistung steigert, sondern Ihr ganzes Leben nachhaltig verändern kann?

Kohl: "Man verdrängt das, das fängt so früh schon an, das wird so zur Normalität. Weil die schlechten Aspekte bekommt man ja nicht aufgezeigt, weil man sagt ja, man dopt nicht. Was will man anderes sagen? Das heißt, es kümmert sich keiner drum, dass er die Problematik aufzeigt, was kann das wirklich für körperliche Schäden bewirken. Die Aufklärung hat bei mir komplett gefehlt, die hat es de facto im Endeffekt bis heute nicht gegeben. Das ist ein wichtiger Punkt, dass man das aufzeigt und richtig erklärt. Dass man ein Bewusstsein schafft."

Wie kommt man mit 19 an Dopingmittel, wie hat das alles bei Ihnen angefangen?

Kohl: "Mit 19, da habe ich vielleicht drei, vier Spritzen mal genommen. Das ist dann in einem relativ kleinen Bereich. Man fährt ja nicht von heute auf morgen einen Porsche, sondern man fängt mit einem kleinen (Auto, Anm.) an. Und so ist das bei Doping auch. Man kriegt von anderen Sportkollegen langsam mit, wie das abläuft, und dann kriegst du da mal eine Spritze, dort einmal was. Und das wird natürlich dann immer professioneller. Und wenn man dann einmal Profi wird, und das schaffen ja auch nicht sehr viele, dann versucht man natürlich auch den Punkt zu professionalisieren, dass man richtig ein System reinbekommt. Weil wenn man schon weiß, das fängt im U-23-Bereich an, dann muss es natürlich im Profisport systematisch sein. Und das ist nicht nur im Radsport das Problem."

War Stefan Matschiner derjenige, der Ihnen zu Professionalität im Doping verholfen hat?

Kohl: "Das ist richtig. Ich bin dann Profi geworden bei T-Mobile. Und da habe ich mir gedacht, jetzt wäre es endlich an der Zeit, da ein System reinzubekommen, um das professionell zu machen. Weil natürlich die Dopingkontrollen immer häufiger wurden. In der U-23-Zeit waren die Kontrollen relativ wenig, da wird einem nicht die Aufmerksamkeit geschenkt. Und da ist vielleicht auch der Ansatzpunkt, dass man in dem Bereich die Kontrollen macht. Weil in jungen Jahren kommt man sicher nicht zu Produkten, die nicht nachweisbar sind. Da kommt man erst hin, wenn irgendwann wirklich System dahinter ist. Wenn man schon Junge kontrollieren würde, wo man glaubt, da ist eh noch nichts, da würde man da schon das Problem einmal lösen können. Wesentlich früher das ganze Geld, die Kontrollen in die Jugend stecken und nicht in den Profisportbereich. Das wäre ein guter Ansatzpunkt."

Sie sprechen davon, nicht in das System zurück zu wollen, Sie sprechen vom systematischen Doping im Profiradsport. Das impliziert, dass es jeder tut, dass es auf der Tagesordnung steht?

Kohl: "Meine Aussagen bergen Gefahr. Es war noch kein Sportler, oder kein Weltspitzensportler, so konsequent, dass er sagt, 'Okay, es ist so: Ich lege das mal auf den Tisch.' Das System ist nicht anders wie vor einem Jahr, es wird sich nichts ändern. Die Medien stellen die Problematik immer größer dar, und umso mehr das Problem da ist, umso mehr müssen sich die Sportler dagegensetzen. Die ganzen Gläsernen Athleten, die es momentan gibt - Ich hätte genauso mitgemacht. Klar, weil umso mehr das Thema Doping in den Blickpunkt kommt, umso mehr musst du dich als Sportler dagegensetzen."

Sie hätten sich, obwohl Sie gedopt haben, als Gläserner Athlet zur Verfügung gestellt?

Kohl: "Die Gläsernen Athleten - für einen Sportler ist das hilfreich. So wie der Blutpass der UCI. Mir hat der geholfen. Das war kein Nachteil, es ist leider Gottes so. Ich habe den Blutpass eineinhalb Jahre gehabt und meine Blutwerte waren 1a. Also deswegen habe ich auch meinen Supervertrag bekommen bei Silence Lotto. Die haben die Blutwerte gesehen und gesagt: Puh, der macht das gescheit! Weil die wissen auch, Dritter bei der Tour wird man nicht von irgendwas, von Wasser und Brot, sondern da muss der medizinische Aspekt natürlich auch passen. Die haben gesagt: Puh, der ist ohne Risiko, dem können wir richtig Geld zahlen!"

Ihrem Geständnis folgten Aussagen vor den Behörden mit Namensnennungen, die teilweise an die Öffentlichkeit gelangt sind. Sie haben gedopt und ausgepackt, wie schwer ist es, damit umzugehen?

Kohl: "Es ist schon ganz schwierig. Der ganz leichte Weg wäre gewesen, wenn ich abgestritten hätte. Alle anderen Sportler, die positiv sind, die werden sich denken, was mit mir jetzt passiert ist. Also wenn man ehrlich ist und es zugibt, oder man streitet alles ab, dann ist der Weg zum Abstreiten tausendmal leichter. Ich habe einen solchen Bekanntheitsgrad, dass das Ganze nicht leicht ist. Ich höre von Leuten auch viel Gutes, aber dass im Hintergrund die Meinung schon oft anders ausschauen wird, ist klar. Ich probiere, das auszublenden. Ich habe den Weg gewählt, weil ich mit der Lüge nicht leben wollte. Ich bin nicht der Mensch, dass ich mit so was leben kann. Hätte ich mich damals entschieden, alles abzustreiten, hätte ich mit dieser Lüge mein ganzes Leben leben müssen. Bis zu einem gewissen Grad muss man leider Gottes lügen, wenn man noch nicht die Entscheidung gefasst hat, ob man retour will oder nicht. Deswegen musst du da noch immer lügen, dir bleibt nichts anderes über."

Sind Sie jetzt an einem Punkt angelangt, an dem Sie nicht mehr lügen müssen, oder gibt es noch Bereiche, in denen Sie nicht alles sagen oder sagen können?

Kohl: "Vor den Behörden oder der Soko (Doping, Anm.), da kann ich alles sagen. Da wird ermittelt, da kann ich mein ganzes Wissen, da kann ich auch die Namen sagen. In der Öffentlichkeit ist es natürlich sehr schwierig. Ich werde keinen aktiven Sportler oder keinen Sportler des Dopings bezichtigen. Ich kann auch manche Namen in der Öffentlichkeit nicht sagen, weil es zivilrechtlich weitreichende Folgen haben würde, weil natürlich jeder, den ich beschuldige, mich verklagen würde. Selbstverständlich. Aus Selbstschutz muss man das machen. Ich habe keine Bilder, keine Dokumente. Ich habe mein Wissen, das kann ich den Behörden geben, und die Behörden müssen natürlich ermitteln."

Der Abschlussbericht zur Doping-Affäre an der Universitätsklinik Freiburg liegt vor, die Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass bei Telekom/T-Mobile mehr als zehn Jahre lang manipuliert und systematisch gedopt wurde. Im angegebenen Zeitraum fuhren auch Sie für den deutschen Rennstall. Wie waren Sie involviert?

Kohl: "Ich habe bei der Wada und bei den ganzen Kommissionen in Deutschland schon mein Wissen bezüglich Freiburg preisgegeben, das war schon vor der Nada-Anhörung in Österreich. Das ist auch in dem Ermittlungsbericht so deklariert. Ich hatte in Freiburg mit Doping nichts zu tun, ich habe das, was ich mitbekommen habe, was bei mir passiert ist, gesagt. Ich bin bei T-Mobile Profi geworden. Wir waren dreißig Profis und ich war ganz unten. Und im ersten Jahr schauen die dort natürlich auch, was für ein Fahrer bist du, kann man mit dem über das Thema reden, und dann entwickelt sich das immer mehr. Und dann war mein Erfolg bei der Dauphine, wo ich Dritter geworden bin. Da haben sie gesehen, hey, der hat Potenzial, da könnte man vielleicht auch einmal was machen mit ihm. Und dann hätte es ein Gespräch gegeben, aber das Gespräch hat nie stattgefunden, weil ich dann zu Gerolsteiner gewechselt bin."

Sie werden keine Rundfahrten mehr bestreiten - wie blicken Sie auf die Zeit zurück, als Sie ganz oben standen?

Kohl: "Jeder Mensch hat Ziele. Mein Ziel war, einmal bei der Tour de France vorne mit dabei zu sein. Das Ziel habe ich erreicht. Ich habe mein Ziel eigentlich übertroffen. Ich war Dritter, ich war im Bergtrikot. Und für mich persönlich hat es noch immer sehr viel Wertigkeit, weil ich weiß, wie viel harte Arbeit dahintergesteckt hat. Wie ich mein ganzes Leben lang gelebt habe nur für den Sport, da hat es nur eine Richtung gegeben dahin. Ich habe so viele Entbehrungen für den Sport in Kauf genommen. Ich habe im Endeffekt auch keinen Mitstreiter belogen oder irgendwie enttäuscht. Natürlich - die Öffentlichkeit ist getäuscht oder belogen worden. Nur gegen meine Mitstreiter war es trotzdem ehrlich - der Erfolg. Für mich persönlich hat das noch sehr viel Wertigkeit."

Schauen Sie sich noch Rennen an?

Kohl: "Das ist schon schwer, also ich weiß nicht wie die Leistungen zustande kommen ..., aber es bringt trotzdem jeder eine sportliche Topleistung. Für mich ist es dort noch immer ehrlich, wenn ich zuschaue, es ist ein ehrlicher Kampf zwischen den Teilnehmern. Es ist einfach eine Geldmaschinerie. Es verdient jeder mit dem System Geld, die Veranstalter, die Teams, und der Radlfahrer ist die letzte Marionette, die das Ganze aufrecht erhält. Aber die Leistungen dort sind gegenüber den anderen Mitstreitern immer ehrlich."

Gab es in all den Jahren nie jemanden, der versucht hat, Sie aus dem Sumpf rauszuziehen?

Kohl: "Man hat nur ganz wenige, denen man sagt, dass man dopt. Meine Eltern haben nicht gewusst, dass ich dope. Das ist so ein intimer Kreis. Umso mehr eingeweiht sind, desto höher ist das Risiko, dessen ist man sich bewusst. Man hat seine paar Sportlerkollegen, wo man mehr drüber redet, natürlich seine Hintermänner oder den Hintermann, mit denen redet man darüber. Es kann keiner probieren, einen da rauszuholen, weil keiner weiß, wie tief man drinnen steckt. Das beredet man mit keinem."

Es gibt Dopingtote. War Ihnen nie bewusst, wie tief Sie drinnen stecken? Dass Sie Grenzen überschreiten, die lebensbedrohlich sind?

Kohl: "Ich bin jetzt froh, dass es für mich vorbei ist. Wenn ich nicht positiv getestet worden wäre, ich hätte natürlich weiter gemacht, weil es das System einfach verlangt. Wenn ich bis 36, 37 oder sogar 40 gefahren wäre, dann hätte das definitiv für die Zukunft gesundheitlich mehr bedeutet. Und das Doping entwickelt sich immer weiter, jetzt gibt es schon das Gendoping. Und wenn ich mir denke, wenn ich in dem System drinnengeblieben wäre, ich weiß nicht, ob ich dann gesagt hätte, Gendoping mache ich nicht. Weil es ist einfach, du kriegst mit, dass die anderen das auch machen. Du musst mitmachen, dass du die Erfolge wieder hast. Jetzt im Nachhinein, wo ich ein bisserl Abstand habe, sage ich, Gendoping ist der absolute Wahnsinn. Man verändert die Gene, man vererbt das weiter, wenn man Kinder hat. Also da hört es sich eigentlich auf. Aber wenn du selber drinnen steckst, ich weiß nicht, ob man das nicht nimmt."

Beschäftigen Sie sich jetzt mehr mit den möglichen Folgen als während der Zeit, als Sie dopten?

Kohl: "Eigentlich nicht, ich versuche es relativ zu verdrängen, ich habe bis jetzt keine einzige negative Wirkung gespürt. Ich war nicht der Athlet, der das ganze Jahr durchgedopt hat. Ich habe meine ein, zwei Höhepunkte im Jahr gehabt, da habe ich natürlich ganz klar was gemacht. Aber nicht in Dosierungen, wo sich Bodybuilder oder manche andere Bereiche bewegen. In einem Profisport, wenn man ständig kontrolliert wird, kann man nicht in einem großen Ausmaß dopen, sondern einfach in einem gewissen Bereich, dass man einfach nicht positiv ist. Da habe ich im Verhältnis relativ wenig gemacht. Was im Profisport verwendet wird, sind alles Medikamente, die eigentlich für die normale Medizin verwendet werden. Das schaut im Hobbysport anders aus, die haben irgendwelche gefakten Sachen, die von irgendwoher kommen, Testosterone, wo irgendwo was schwarz produziert wird. Da ist die Gefahr groß, weil man nicht weiß, was man sich spritzt. Als Profi spritzt man sich das, was Medizin ist. Von dem her ist es gesundheitlich sicher um einiges besser, ein Profisportler zu sein als ein Hobbysportler oder in einem Fitnessstudio."

Haben Sie Angst vor der Zukunft?

Kohl: "Ich bin ein Mensch, der gerne in die Zukunft schaut und nicht zurück. Wenn ich jetzt alles in die Waagschale legen würde, was mir Schlechtes passiert ist, dann könnte ich eh nicht mehr leben wahrscheinlich. Dann wäre ich an der Last zerbrochen. Aber ich habe echt zur richtigen Zeit meine Freundin kennengelernt, da war dann ein richtiger Rückhalt, da habe ich gesehen, wo sind die wahren Wertigkeiten des Lebens. Für mich hat es immer nur den Sport gegeben. Der Sport war das wichtigste und nichts anderes im Leben. Die Wertigkeiten im Leben haben sich jetzt deutlich verschoben. Sport war schön, es war ein wunderschöner Teil meines Leben, den will ich nicht missen. Auch die ganzen Erfahrungen nicht. Weil was ich da gelernt habe, ist unbestritten. Lügen brauch ich nicht mehr und will ich nicht mehr, das ist mit mir persönlich nicht mehr vereinbar. Die Zukunft wird noch so viele schöne Seiten bringen, dann werde ich mir denken, es hat alles auch seinen Sinn im Leben. Es passiert nichts ohne irgendwie einen Grund."

Andererseits könnten Sie jetzt noch viele Jahren im Radsport vor sich haben, gut verdienen...

Kohl: "Ich wäre jetzt ins Verdienen gekommen, bis jetzt habe ich noch nicht viel verdient. Ich höre mit dem Radsport auf, wo ich in dem besten Alter wäre. Aber mein Leben muss irgendwo weitergehen. Ich bin mir dessen bewusst. Ich habe so viel gelernt, so viel Lebenserfahrung. Ich weiß, wenn ich die Energie und mein Wissen jetzt einsetze, dass ich wieder weit kommen werde. Ich habe was erreicht bei der Tour de France, dritter Platz und Bergtrikot. Wie viele Menschen erreichen das, die aber das gleiche medizinisch gemacht haben, was ich gemacht habe? Da gibt es so viele andere, die diese Erfolge nie haben werden. Das steckt schon in mir persönlich drinnen. Wenn ich das nutzen kann, kann ich wieder raufkommen. Dann werde ich schon wieder Erfolg haben, da bin ich mir sicher. Aber jetzt auf fairem Weg."

Die Ermittlungen in der Doping-Affäre laufen noch. Was muss rauskommen, dass Sie sich am Ende denken, ihr Weg hat etwas gebracht?

Kohl: "Das Hoffen ist groß, ich sehe halt das Problem, wenn nur in Österreich rigoros durchgegriffen wird, dass wir uns einfach nur selber schaden, und in allen anderen Ländern wird das weitergehen. Wenn nicht übergreifend - in ganz Europa zumindest einmal - etwas gemacht wird, wird Österreich im Endeffekt überbleiben. Ich bin gespannt: Wieviel kommt wirklich an die Öffentlichkeit, was passiert ist? Wenn man sich die ganzen Interessenskonflikte von diversen Personen anschaut, die in den Anti-Doping-Kampf verwickelt sind, dann muss ich schon die Frage stellen, will man alles aufdecken oder nicht? Da muss man vielleicht schon einmal nachdenken."

Wie kann man den Radsport retten?

Kohl: "Es geht nicht darum, den Radsport zu retten. Es geht um jede andere Sportart auch. Der Radsport steht meines Erachtens sauberer da als viele andere Sportarten, im Radsport wird viel genauer kontrolliert. Leichtathletik, Schwimmen - die haben nicht einmal eine Hämatokritgrenze."

Also gibt es keine Rettung?

Kohl: "Die einzige Möglichkeit ist, anfangen, bevor Doping überhaupt ein Thema wird. Da besteht eine Chance. Weil ein 19-Jähriger hat nicht das Geld, dass er sich ein Dopingmittel um 3000 oder 5000 Euro kauft, das sind ein paar hundert Euro, um die es damals bei mir gegangen ist. Nur so wie ich das zum Schluss professionell betrieben habe, dass man nicht positiv ist, hat mich das Ganze 70.000 Euro gekostet. Das heißt, wenn man bei jungen Sportler das Geld reinsteckt und gezielt kontrolliert, da kann man anfangen, da macht das Sinn. Nicht wie bei mir - wo 200 Kontrollen sind und 198 den Bach runtergehen. Und ich sage mal, 100 müssten positiv gewesen sein. Da kann ich das Geld nehmen und weghauen genauso. Ich habe mir in der Früh was gespritzt, eine Stunde später waren die Kontrollore da - völlig egal. Ich sage nur Wachstumshormon. Wenn es einen Test geben würde, der einen Monat Wachstumshormon nachweist, und es bleibt geheim, bis der Test da ist, wird es nicht mehr viele Sportler geben."

(APA)

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