Sampras über Federer: "Der Größte, der je gespielt hat"

Nach seinem lang ersehnten Sieg bei den French Open streut die Tennis-Welt dem Schweizer Rosen. Federer selbst hat noch lange nicht genug. Olympia-Gold und der Davis Cup sind nur einige seiner Ziele.

Roger Federer
Roger Federer
(c) REUTERS (Benoit Tessier)

Seit Jahren hat er es immer wieder versucht, am Wochenende klappte es endlich: Roger Federer triumphierte bei den French Open und schaffte damit als erst sechster Spieler Siege bei allen vier großen Turnieren. Tränen der Erleichterung und der Genugtuung rollten nach dem Sieg über Federers Gesicht. Mit nun 14 Major-Titeln liegt er gemeinsam mit Pete Sampras an der Spitze dieser Wertung. Auch sonst jagte ein Superlativ den anderen. "Er ist derjenige, der den Titel am meisten verdient", sagte Federers dreifacher French-Open-Final-Bezwinger Rafael Nadal.

Die Sportzeitung "L'Equipe" räumte am Montag ihre komplette Titelseite frei und schrieb über das Bild des schreienden Schweizers im Moment seines sonntäglichen Sieges: "Le Maestro". Spätestens seit diesem Sonntag, 7. Juni 2009, gehört der Tennisprofi Roger Federer aus Basel in die Kategorie der Größten unter den Großen in der Welt des Sports.

"Der größte Spieler, der je gespielt hat"

Und der US-Amerikaner Pete Sampras, mit 14 Titeln bisher alleiniger Rekordhalter, erklärte feierlich: "Ich bin sicher, dass er noch viele weitere Grand-Slam-Titel gewinnen wird. Dieser Sieg in Paris zementiert meiner Meinung nach seinen Platz in der Geschichte als der größte Spieler, der dieses Spiel je gespielt hat." Und auch Federers Freund, Golf-Star Tiger Woods, übermittelte vom Memorial Tournament in Dublin im US-Bundesstaat Ohio seine Glückwünsche: "Das war beeindruckend anzusehen."

Federer kann nun "frei aufspielen"

Der Gepriesene aber denkt gar nicht daran, das Gesagte und Geschriebene als Aufforderung zum Ausklang der Karriere zu verstehen. "Olympia-Gold im Einzel, der Davis Cup oder Wimbledon noch x-Mal zu gewinnen, das sind schon noch Ziele und Träume von mir", sagte Federer. "Jetzt kann ich frei aufspielen." Eine Stunde lang antwortete er am Sonntagabend tief im Inneren des Court Philippe Chatrier auf alle Fragen. Erst auf Englisch, Französisch, Schweizerdeutsch und am Ende auf Hochdeutsch.

Die graue Schlabber-Jogginghose über die Waden nach oben gekrempelt und mit weißer Mütze auf dem Kopf, saß er da wie immer. Mit der Geduld und Gelassenheit eines wahren Champions redete er über Tiger Woods, seine schwangere Frau Mirka oder das enge Achtelfinale gegen den Deutschen Tommy Haas.

"RF 14"

Nur eines hatte sich an diesem Abend im regnerisch-kühlen Paris an Federers Outfit geändert: Neben dem "RF"-Schriftzug auf der Vorderseite der weißen Trainingsjacke war nun auch hinten eine etwas größere Stickerei zu sehen: Eine grau-silberne 14 prangte auf dem Rücken des Schweizers.

Auf die Frage, ob die 14 Grand-Slam-Titel oder die Tatsache, bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens einmal gewonnen zu haben, höher einzuschätzen sind, wusste er freilich keine rechte Antwort. "Beide sind unglaublich", sagte Federer. "Alle vier zu gewinnen, geht vielleicht schneller, weil du im richtigen Moment in guter Form bist." Tatsächlich sind 14 Titel bei den vier wichtigsten Eckpfeilern der Tennis-Saison nur mit jahrelanger Konstanz zu erreichen.

Eine Konstanz, die der Schweizer mit fünf Wimbledon-, fünf US-Open, drei Australian-Open- und einem French-Open-Titel Jahr um Jahr nachweist. Fast klang es daher wie eine Drohung, als er sagte: "Ich freue mich riesig auf Wimbledon." Dort hatte ihm vor einem Jahr Nadal die Krone des Rasen-Königs entrissen - ein Makel, den Federer wiedergutmachen will.

Passend dazu dichtete der "Daily Telegraph": "Federer als Champion gekrönt - und nun auf nach Wimbledon, zu den Petunien und den efeuumrankten Mauern, dem Turnier, bei dem Federer der erste Mann werden kann, der 15 Grand-Slam-Titel gewinnt."

(Ag.)

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