Durchmarsch der Capitals: Hohe Kunst der Motivation

Ein Sieg noch, dann steht Wien im Finale.

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(c) GEPA pictures

Wien. 7000 Zuschauer, Tore, Checks – im Eishockeypalast zu Kagran läuft es nach Wunsch. Der Klub, betreut vom Kanadier Serge Aubin, wirkt in seinem Auftritt geschlossener denn je, Pardon: so geschlossen, wie seit der Meistersaison 2005 nicht mehr. Man bemerkt ein System, Aubins Linie schließt Aussetzer aus. Das beweist der Blick auf die Statistik, die sogar im österreichischen Eishockey Bände spricht: Die Capitals können am Dienstag in Bozen mit dem achten Play-off-Sieg in Serie ins Finale einziehen.

Wie beim Viertelfinalerfolg gegen Innsbruck ist auch gegen die Südtiroler das schnellstmögliche Weiterkommen machbar. Es äußert sich in 4:0-Siegen einer Best-of-seven-Serie. Das ist aber eine Kombination, welche Wien auch schon viel Leid zugefügt hat. Am Sonntag hatte Bozen das Nachsehen, weil Kapitän Jonathan Ferland ein Tor gelungen war. Dieses 1:0 war schmeichelhaft, die Wiener hätten mehr Treffer schießen müssen.

Aubin ist vorgewarnt, nur noch ein Spiel gewinnen zu müssen kann bei Cracks mitunter eine mentale Sperre auslösen. Nicht erst einmal ist dann noch die komplette Serie verloren worden. Er sagt: „Bozen wird alles daransetzen, nicht in den Urlaub zu müssen. Aber ich glaube wirklich, dass wir bereit sind.“

 

Problem: Zehn Tage Pause

Dass Wien ins Finale einziehen wird, daran bestehen kaum Zweifel. Nur Capitals und Endspiele, das weckt böse Erinnerungen. 0:4 gingen die vergangenen zwei Anläufe verloren, 2013 (KAC) und 2015 (Salzburg) hatte der Gegner leichtes Spiel. Einmal war der Klubführung das Erreichen des Endspiels genug, das andere Mal mangelte es viel zu früh an der letzten Konsequenz.

Was Aubin, er spielte in der NHL bei Colorado, Columbus und Atlanta, den Seinen sagen wird? Vor allem, wenn die Capitals heute gewinnen: Wie überbrückt er zehn Tage Pause, ohne dass in Kagran Spannung und Verlangen verloren gehen?

Übrigens: Finalgegner wird entweder Titelverteidiger Salzburg oder Rekordmeister KAC, die Bullen führen mit 2:1-Siegen. Die Wiener wissen also zumindest, was sie erwartet. (fin)

 

TV-Tipps Halbfinale

Dienstag, 4. Spiel: Bozen – Vienna Capitals (19.45 Uhr, live auf Sky)
Weiters: KAC – Salzburg (19.45 Uhr, live ServusTV)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2017)

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