Marathon: Der ewige Traum vom Lauf unter zwei Stunden

Kein Mensch ist die 42,195 Kilometer je schneller gelaufen als Dennis Kipruto Kimetto. Beim Vienna City Marathon am 22. April ist der Kenianer der Superstar der Veranstaltung.

GERMANY MARATHON
GERMANY MARATHON
GERMANY MARATHON – (c) APA/EPA/RAINER JENSEN (RAINER JENSEN)

Dennis Kipruto Kimetto ist Jahrgang 1984 – wie auch der Vienna City Marathon. Im September 2014 stellte der Kenianer in Berlin den immer noch gültigen Marathon-Weltrekord auf (2:02:57 Stunden). Nach längeren Verletzungsproblemen arbeitet er an seinem Comeback in der Weltklasse und hat angekündigt, bei guten Bedingungen den Streckenrekord von 2:05:41 Stunden angreifen zu wollen. Im VCM-Interview spricht der Star des 35. Vienna City Marathon am 22. April über sein Comeback, über Träume und ein gutes Omen.


Dennis, Sie haben sechs Geschwister. Sind Sie immer schneller gewesen als ihre drei Schwestern und ihre drei Brüder?

Ja, ich war immer schon der Schnellste. Ich muss aber zugeben, dass ich auch der einzige Läufer in meiner Familie bin. Schon als kleiner Bub wusste ich, dass ich gut laufen kann. Auch wenn ich mir natürlich nicht vorstellen konnte, dass ich irgendwann den Weltrekord im Marathon halten würde.


Nach dem Rekordlauf beim BMW Berlin Marathon 2014 hatten Sie hartnäckige körperliche Probleme.

Ja, leider. Diese Verletzungen haben meine Laufkarriere stark beeinträchtigt. Einer meiner Quadriceps-Muskeln war mehr als acht Monate lang verletzt. Kaum war das ausgeheilt, bekam ich schwere Leistenprobleme, die eineinhalb Jahre anhielten. Bis vor kurzem hatte ich außerdem eine Triceps-Verletzung. Doch jetzt bin ich endlich wieder frei von Verletzungen und Schmerzen.


Was macht Sie zuversichtlich, dass Sie 1300 Tage nach Ihrem Berliner Weltrekord gerade in Wien wieder den Anschluss an die Weltspitze finden werden?

Ich bin verletzungsfrei! Das ist derzeit mein größter Trumpf. Dass ich jetzt schon sehr beständig ohne Probleme trainieren kann, ist ein positives Zeichen für ein erfolgreiches Comeback. Ich glaube, dass einer meiner Vorteile auch darin besteht, dass ich nicht so viele Marathons gelaufen bin wie viele andere Top-Athleten. Denn bei allem Respekt: Das ist für den Körper oft auch zu anstrengend.


Der Vienna City Marathon ist nur sechzig Tage jünger als Sie. Ihr seid beide im Jahr 1984 sozusagen geboren. Motiviert Sie dieses 35-Jahr-Jubiläum vielleicht?
Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Aber warum nicht? Das könnte doch ein sehr gutes Omen sein.


Sie waren der erste Mensch der Welt, der unter 2:03 Stunden gelaufen ist. Glauben Sie, dass Sie oder ein anderer jemals die Zwei-Stunden-Marke knacken kann?

Ja, ich bin überzeugt davon, dass dies möglich ist! Vorerst träume ich aber vor allem davon, dass ich nach einem erfolgreichen Comeback meinen eigenen Weltrekord brechen werde. Dieser Traum hat mich auch immer animiert, als ich verletzt war.

(APA)

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