Was die Tour zum größten Rennen macht

Rollt die Tour de France, stehen Frankreich, die Radszene und zwölf Millionen Zuschauer am Straßenrand still: das ABC zur 106. Auflage der Grande Boucle, die auch ihren Sieger wieder erst am Schlusstag auf den Champs-Élysées von Paris bejubeln wird.

Die Tour de France hat sportlich wie auch landschaftlich immer etwas zu bieten.
Die Tour de France hat sportlich wie auch landschaftlich immer etwas zu bieten.
Die Tour de France hat sportlich wie auch landschaftlich immer etwas zu bieten. – (c) REUTERS (GONZALO FUENTES)

Auftakt: Zum zweiten Mal startete die Tour mit ihrem „Grand Départ“ in Brüssel. Die belgische Hauptstadt war bereits 1958 Austragungsort.


Berge: Sieben der 21 Etappen finden im Hochgebirge statt. Dazu zählen auch fünf Bergankünfte in La Planche des Belles Filles, auf dem Tourmalet, in Foix Prat d'Albis, Tignes und in Val Thorens.


Combatif du Jour: Der kämpferischste Fahrer wird jeden Tag geehrt und darf am nächsten Tag eine rote Startnummer tragen.


Dach der Tour: Auf der 19. Etappe wartet der 2770 Meter hohe Col de l'Iseran als höchster Punkt.


Einzelzeitfahren: Nur ein Einzelzeitfahren gibt es heuer, auf der 13. Etappe über 27,2 Kilometer in Pau.


Frankreich: Seit 34 Jahren warten die Gastgeber auf einen französischen Sieger. Zuletzt gelang dies Bernard Hinault 1985. Die Hoffnungen ruhen auf Thibaut Pinot, Romain Bardet und Julian Alaphilippe.


Geld: 500.000 Euro erhält der Gesamtsieger. Insgesamt werden auf 21 Etappen über knapp 3400 Kilometer 2,3 Millionen Euro ausgeschüttet.


Haller Marco: 9953 Kilometer hat der Kärntner im Katjuscha-Team heuer schon vor dem Tour-Start unter die Räder genommen.


Indurain Miguel: Der Spanier gewann als einziger Radprofi die Tour fünf Mal in Serie. Neben ihm werden noch Jacques Anquetil (FRA), Eddy Merckx (Belgien) und Hinault als Fünffach-Sieger geführt. Die sieben Erfolge von Lance Armstrong wurden wegen dessen Dopingvergehen gestrichen.


Journalisten: 2000 Medienvertreter begleiten den 160 Fahrzeuge starken Tour-Tross (450 Personen; Sportdirektoren, Mediziner, Mechaniker etc.). Das Rennen wird in 190 Ländern übertragen.


Konrad Patrick: Patrick Konrad (Bora-hansgrohe, 27) ist Staatsmeister, fährt seine zweite Tour – und will überraschen. Der dritte Platz bei der Tour de Suisse gab Auftrieb.


Letzte Etappe: Das Finale der Tour findet traditionell auf den Champs Élysées (28. Juli) in Paris statt. Da steht der Toursieger jedoch bereits fest – es gilt ein „Nichtangriffspakt“ unter den 22 Mannschaften mit 176 Profis.
Mühlberger Gregor: Der Niederösterreicher, 25, war im Bora-Team vor allem in den Bergen als „Helfer“ gefragt.


Neue Stopps: Drei Städte werden heuer erstmals von der Tour angesteuert: Binche, Saint-Dié-des-Vosges und Pont du Gard.


Organisation: Die Amaury Sport Organisation (ASO) veranstaltet die Rundfahrt und gilt als mächtigster Veranstalter im Radsport.


Pöstlberger Lukas: Der Oberösterreicher, 27, und 2017 Gewinner einer Giro-Etappe, stellt sich in den Dienst seiner Bora-Mannschaft. Rad-Straßenweltmeister Peter Sagan möchte zum siebenten Mal das Grüne Trikot erobern.


Quintana Nairo: Der Kolumbianer gilt als einer der besten Kletterer im Tour-Feld. 2013 und 2015 wurde er Gesamtzweiter, 2016 Dritter.
Rekordteilnehmer ist mit 18 Starts der Franzose Sylvain Chavanel.


Straßenrand: Zwölf Millionen Zuschauer werden bei den Etappen der Tour 2019 erwartet, 40 Prozent sind Frauen, nur 20 Prozent Franzosen.


Trikots: Die Tour steht im Zeichen des Gelben Trikots, das vor 100 Jahren zum ersten Mal vergeben wurde. Der beste Bergfahrer fährt im rot gepunkteten Dress. In Grün ist der punktbeste Fahrer unterwegs, der beste Nachwuchsfahrer trägt Weiß.


Ullrich Jan: Vor 22 Jahren löste der Rostocker mit seinem Tour-Sieg in Deutschland einen Radsport-Boom aus. Außer ihm hat kein anderer deutscher Fahrer die Tour je gewonnen – doch dann folgte mit dem positiven Dopingtest der Absturz.


Vogesen: Schon am sechsten Tag kam es diesmal zur ersten Bergetappe. Von Mühlhausen nach La Planche des Belles Filles waren sieben Bergwertungen, darunter vier der ersten Kategorie, zu bewältigen.


Weltmeister: Das Regenbogentrikot wird vom Spanier Alejandro Valverde getragen. Der Routinier ist gleichzeitig mit 39 Jahren und 71 Tagen der zweitälteste Fahrer im Feld.


X-ter Anstieg: Der Col du Tourmalet ist der am häufigsten überquerte Pass der Tour. Der 2115 Meter hohe Riese in den Pyrenäen wird in diesem Jahr zum 83. Mal erklommen, diesmal als Bergankunft auf der 14. Etappe.


Youngster: Der Belgier Jasper Philipsen war mit 21 Jahren und 126 Tagen der jüngste Fahrer im Peloton.


Zabel: Beim Team Katjuscha sind Vater und Sohn nun auch in sportlicher Funktion vereint. Erik Zabel, der sechs Mal das Grüne Trikot gewann, kann als Performance Manager seinem Sohn Rick wichtige Tipps geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2019)

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