Österreicher läuft 4989 Kilometer in 52 Tagen

Die Leistung entspricht 118 Marathons hintereinander. Zehn Paar Laufschuhe verbrauchte Smarana Puntigam beim längsten Rundenlauf der Welt in New York.

Zieleinlauf von Smarana Punigam.
Zieleinlauf von Smarana Punigam.
Zieleinlauf von Smarana Punigam. – (c) JOWAN

Die 48-jährige Österreicher Smarana Puntigam hat am Dienstagnachmittag in New York den längsten zertifizierten Rundenlauf der Welt, das Sri Chinmoy Self-Transcendence über 3100 Meilen, in 51 Tagen 3 Stunden 58 Minuten und 59 Sekunden bewältigt. Dieses Jahr wagten sich 7 Ultraläufer und eine Ultraläuferin an den Start des „Mount Everest" des Laufens. Der Vergleich wird dem härtesten Strassenrennen der Welt nicht wirklich gerecht, denn 4000 Menschen erklommen in einer Zeitspanne von 66 Jahren seit der Erstbesteigung den Gipfel des Mount Everests. Den 3100-Meilen-Lauf bezwangen in den letzten 22 Jahren nur 43 Personen.

Dem gebürtigen Steirer Puntigam ist es nun gelungen, den Ultralauf zum achten Mal in der vorgegeben Zeit von 52 Tagen zurückzulegen. Zweimal hatte er dies nicht geschafft. Der 48-Jährige hält auch seit 2007 den österreichischen Rekord im 3100-Meilen-Lauf mit 48 Tagen und 4 Stunden.

118 Marathons hintereinander

Die gesamte Distanz in New York hat er in  5649 Runden auf einem betonierten 883 Meter langen Rundkurs um einen Häuserblock im New Yorker Vorort Queens zurückgelegt. Die kurze Runde wurde aus Sicherheitsgründen gewählt, und um eine optimale Betreuung der Läufer zu gewährleisten. Für Puntigam sind es nicht die äußeren Lorbeeren wie Name und Ruhm, die ihn antreiben, mehr als zwei Marathons pro Tag abzuspulen, insgesamt 118 Marathons hintereinander: „Der Lauf ist eine innere Reise, die dich tief nach innen führt, eine andere Form des Jakobsweges mit mehr Druck. Du wirst auf allen Ebenen herausgefordert. Diesmal war es eine schmerzende Blase, die mich eineinhalb Monate begleitete.“ Wenn sein Verstand manchmal einfach nicht mehr wolle, lerne er, immer positiv und lösungsorientiert zu denken, so der Extremläufer.  Nach dem Lauf fühle er eine tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit. Er spüre einen inneren Frieden, der wochenlang anhalte. 

Die Teilnehmer des 4988 km langen Strassenrennes laufen oder gehen täglich von 6 Uhr morgens bis Mitternacht. Dazwischen gibt es eine Pause. Nur zehn Paar Schuhe habe er dieses Jahr gebraucht, weil sein handwerklich geschickter Helfer Aharan Vorauer aus Villach sie mit Ersatzteilen flickte, berichet Puntigam. Die meisten seiner Laufkollegen verschleißen 20 Paar Schuhe. Gegessen wird laufend bei diesem Lauf. Die benötigten 10.000 Kalorien sind nur mit viel Fett in den Körper zu bringen und indem du jede Runde isst. Puntigam schwört auf flüssige Fettshakes mit Avocados, Kokosfett oder Sahne. Sogar Eis aus Kokosfett und Früchten bereiten sich manche Läufer zu. Denn heiß ist es auch in New York um diese Zeit und die Luft ist so feucht, dass die Teilnehmer des Rennens jede Menge mineralreiche Drinks zu sich nehmen müssen, um nicht zu dehydrieren. Kokoswasser und alkohlfreies Bier ist Puntigams Rezept, um den enormen Mineral- und Wasserverlust über den Schweiß auszugleichen.

Zum Lauf

Der 3100-Meilen-Lauf wurde 1997 von dem in Indien geborenen Meditationsmeister Sri Chinmoy ins Leben gerufen, der selbst an vielen Marathons und Ultraläufen teilnahm.

(red.)

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