Die Mission des Olympia-Exoten

Pita Taufatofua aus Tonga wagt sich nun ins Boot – mit ernster Botschaft.

Pita Taufatofua in Pyeongchang.
Pita Taufatofua in Pyeongchang.
Pita Taufatofua in Pyeongchang. – (c) REUTERS (Kai Pfaffenbach)

Szeged. Der Welt stellte sich Pita Taufatofua in Bastrock und mit eingeöltem Oberkörper vor. Sein Auftritt bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 2016 in Rio blieb in Erinnerung, jener im Taekwondo (Erstrunden-Aus) weniger. Zwei Jahre später stand der Mann aus Tonga erneut leicht bekleidet im Rampenlicht der Fünf Ringe – trotz der frostigen Temperaturen in Pyeongchang. Bei den Winterspielen versuchte er sich als Langläufer und kam über die 15 km mit 23 Minuten Rückstand auf Olympiasieger Dario Cologna ins Ziel.

Nun hat Taufatofua Olympia 2020 in Tokio im Visier, dafür wagt er sich ins Kanu und schaffte es zur WM. Wenige Tage vor dem Start in Szeged postete der 35-Jährige ein Video, das ihn beim wackligen Einsteigen ins Boot und dann im Wasser zeigt. „Ich komme 20 Meter weit. Also muss ich noch 180 Meter schwimmen, was ich aber nicht kann. Also muss ich entweder länger im Boot sitzen oder gegen das Ertrinken kämpfen“, ließ er wissen. Am Ende benötigte er im Vorlauf über 200 m fast doppelt so lang wie der Schnellste.

Die Bühne seines sportlichen Kabaretts nutzt Taufatofua allerdings für eine ernste Botschaft. Bereits in Südkorea sprach er über den Klimawandel und möchte als Unicef-Botschafter wachrütteln. „Leute zeigen mir Statistiken. Aber alles, was ich weiß, ist, dass das Meer jedes Jahr näherkommt“, erzählte er. Sei früher im Schnitt alle zehn Jahre ein Zyklon über Tonga gestürmt, sei dies nun nahezu alle zwei Jahre der Fall. „Ich habe genügend Aufmerksamkeit bekommen, jetzt ist es Zeit, Aufmerksamkeit auf den Planeten zu richten.“

Viktoria Schwarz/Ana Roxana Lehaci zogen über 500 m ins Finale ein und jagen am Samstag eines der sechs Olympia-Tickets. (swi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2019)

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