Habeler: "So ein Blödsinn wäre uns nie eingefallen"

Die Bergsteiger-Legende kann sich vorstellen, dass "Skyrunner" Stangl halluziniert hat. Einen Gipfelsieg vorzutäuschen sei aber "sehr unhöflich", das Vorgehen von Stangl sei für ihn unerklärlich.

Peter HABELER
Peter HABELER
(c) APA (Hans Klaus Techt)

"Christian Stangl könnte schon Halluzinationen gehabt haben, ich will ihn aber nicht in Schutz nehmen. Einen Gipfelsieg vorzutäuschen ist sehr unhöflich", sagte Bergsteiger-Legende Peter Habeler am Mittwoch. Der Tiroler hält Stangl für einen leistungsfähigen Bergsteiger. "Aber so einen Blödsinn zu verzapfen, wäre uns nie eingefallen", meinte Habeler. Er kenne keinen einzigen, der so einen Missbrauch betrieben hätte.

"Wir haben immer geschaut, dass wir ein Gipfelfoto vom Berg mitnehmen", sagte er. "Sachen, wie eingeschlagene Haken am Gipfel dienen etwa als Beweis." Gemeinsam mit Seilgefährte Reinhold Messner "haben wir uns auch oft um schnelle Aufstiege bemüht", sagte er, dennoch dominiere für ihn immer noch die Freude am Berg.

Stangl hatte am Dienstag zugegeben, vor vier Wochen nicht am Gipfel des K2 gewesen zu sein. Das von ihm vorgelegte Gipfelfoto war in Wirklichkeit rund 1000 Meter unter dem Gipfel aufgenommen worden. "Ich war in einem tranceartigen Zustand und dachte, oben zu sein", rechtfertigte er sich.

Peter Habeler scheiterte einst ebenfalls am K2. Mit Reinhold Messner gelang ihm 1978 die Besteigung des 8848 Meter hohen Mount Everest ohne Sauerstoffgerät.

(APA)

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