Beachvolleyball: Olympia-Fünfter Gosch beendet Karriere

Völlig unerwartet musste Florian Gosch, die eine Hälfte von Österreichs bestem Beachvolleyball-Duo, am Donnerstag seine Karriere beenden. Ein Knorpleschaden im Knie ist schuld am Rücktritt.

Florian Gosch
Florian Gosch
Florian Gosch – (c) APA (Helmut Fohringer)

Wien. Österreichs bestes Beachvolleyball-Duo ist gesprengt. Florian Gosch, mit Partner Alexander Horst 2008 in Peking Olympia-Fünfter, hat am Donnerstag in Wien unerwartet sein Karriereende verkündet. Ein starker Knorpelschaden im linken Knie zwingt den 30-jährigen Steirer, der in den vergangenen vier Jahren gemeinsam mit Horst gespielt hatte und 2009 Vize-Europameister geworden war, zum Aufhören. "Es ist ein schwerer Schock", sagte Gosch bei einem Pressegespräch in Wien.

Anfang September hatte Gosch wegen der Knieprobleme die Saison vorzeitig beendet, die Therapie zeigte allerdings nicht die gewünschte Wirkung. Nach einigen Trainings im November zeichnete sich das Schicksal bereits ab. "Der Schaden ist durch dauernde Abnützung entstanden und so groß, dass Leistungssport nicht mehr möglich ist", erklärte ein emotional sichtlich bewegter Gosch. Im Jänner stehe eine Operation an, danach sei vermutlich nur noch Freizeitsport möglich: "Aber wohl kein Beach-Volleyball mehr."

Am Ende eine positive Bilanz

Der Abschied vom Profisport gab auch Gelegenheit zur Bilanz - und die fiel für Gosch, der insgesamt 100 Turniere auf der World Tour bestritt, äußerst positiv aus: "Wir haben zwei komplett unterschiedliche Charaktere zu einem Team geformt und uns in der Weltspitze etabliert", sagte Gosch, der das Jahr 2010 mit Horst als 15. der Weltrangliste abgeschlossen hatte. Als Ersatzmann für Clemens Doppler hatte er bereits 2004 an der Seite Nik Bergers bei Olympia in Athen teilgenommen und Platz 17 belegt.

Horst, der den scheidenden Blockspieler als "idealen Partner" bezeichnete, steht als "Waise" nun vor einer kniffligen Aufgabe. "Alex ist in einer schwierigen Situation", sagte Gosch. Und Horst ergänzte: "Wir haben große Ziele gehabt, wollten 2012 eine Olympia-Medaille holen." Der 27-jährige Wiener muss nun auf Partnersuche gehen. "Es gibt ein, zwei junge Spieler mit großem Potenzial", erklärte Horst, der in den kommenden Wochen eine Entscheidung fällen will, aber noch keine Namen nannte.

Gosch, Vater eines zweijährigen Sohnes, will sich nun dem Nachwuchs und beruflichen Zielen widmen. "Im Jänner gebe ich meine BWL-Diplomarbeit ab, strebe eine Kombination aus Sport und Wirtschaft an." Dem Beach-Volleyball könnte er aber "auf die eine oder andere Weise" erhalten bleiben.

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