Judo: Heill in Ehrengrab auf Zentralfriedhof beigesetzt

1500 Trauergäste nahmen Abschied von der verstorbenen Weltklasse-Judoka. Olympia-Seelsorger Maier leitete die Trauerfeier: "Ich glaube, dass die ganze Sportfamilie Österreichs heute trauert", meinte er.

BEGRAEBNIS  CLAUDIA HEILL
BEGRAEBNIS  CLAUDIA HEILL
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (Herbert Pfarrhofer)

Auf dem Zentralfriedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab der Stadt Wien ist Dienstagnachmittag Claudia Heill beigesetzt worden. Die Trauerfeier für die am 31. März verstorbene ehemalige Weltklasse-Judokämpferin hielt Olympia-Seelsorger Bernhard Maier. Unter den zahlreichen Trauergästen waren auch Sportminister Norbert Darabos und Karl Stoss, der Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC).

Ein Meer von roten und weißen Rosen schmückte den in der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus aufgebahrten Sarg, ein Judogi (Wettkampfanzug) zeigte die sportliche Vergangenheit der Verstorbenen, auf einem Bild war Heill Kusshand werfend mit der Olympia-Silbermedaille um den Hals zu sehen. "Ich fühle eine große innere Anteilnahme. An drei Olympischen Spielen habe ich Claudia als Seelsorger begleitet", sagte Pater Maier, der von der Familie gebeten worden war, die Zeremonie zu leiten. 1500 Trauergäste nahmen am Dienstagnachmittag Abschied von der verstorbenen Weltklasse-Judoka. "Ich glaube, dass die ganze Sportfamilie Österreichs heute trauert, denn sie war eine der erfolgreichsten und beliebtesten Sportlerinnen", würdigte er Heill.

Der Präsident des österreichischen Judoverbandes, Hans Paul Kutschera, zeichnete den sportlichen Lebensweg von Claudia Heill nochmals in Worten nach, erläuterte, wie sehr er sie als Sportlerin und als Mensch geschätzt hatte und verneigte sich verbal. "Sie wird nicht zu ersetzen sein." Das "Ave verum corpus" von Mozart und das "Ave Maria" von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung von Charles Gounod waren die musikalische Umrahmung der Feier, der über 1500 Trauergäste beiwohnten.

Abschied von der Kollegin

Mit Ludwig Paischer, Sabrina Filzmoser und Andreas Mitterfellner nahmen auch die drei aktuell besten rot-weiß-roten Judoka Abschied von der viel geschätzten ehemaligen Kollegin. Die Athleten hatten ihre Abreise zu den Europameisterschaften nach Istanbul auf Dienstagabend verschoben. Unter den vielen weiteren anwesenden Sportlern waren Barbara Schwartz, Anja Richter, Mirna Jukic und Nik Berger. Die letzte Ehre erwiesen der jungen Frau u.a. auch Gunnar Prokop (Handball-Legende), Toni Schutti (Sporthilfe-Geschäftsführer) und Hans Holdhaus (IMSB-Direktor).

Den Trauerzug hinter dem Sarg führten die vom schmerzlichen Verlust gezeichneten Eltern Sabine und Alfred Heill, sowie Schwester Jasmin an. Die letzte Ruhe fand die frühere Vorzeigesportlerin, die mit ihrem frohen Gemüt und ihrem Kampfgeist viele Herzen erobert hatte, in einer Gräbergruppe, in der vor allem Kulturschaffende wie Falco, aber auch Sportgrößen wie Ferry Dusika und Ernst Ocwirk beigesetzt worden sind.

Claudia Heill hat in ihrer Karriere neben dem Olympia-Medaillengewinn bei Europameisterschaften zwei Silber- und drei Bronzemedaillen errungen. Der fünfte Platz bei den Sommerspielen 2008 in Peking war ihr letzter internationaler Wettkampfauftritt, im Juni 2009 gab sie ihren Rücktritt bekannt. Bis Ende Februar 2011 arbeitete sie als Trainerin im Schulmodell des Bundessportzentrums Südstadt, legte die Funktion aber zurück, um sich auf ihr Studium in der Fachhochschule für Sportwissenschaften in Wiener Neustadt zu konzentrieren. Claudia Heill wurde 29 Jahre.

(APA)

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