EM bringt Teilerfolg in Wien und einen Netzball in Innsbruck

Die Volleyball-EM konnte die Wiener Stadthalle bei den österreichischen Gruppenspielen nicht füllen. Dennoch gab es einen Rekord. In Tirol zählte man auf die italienischen Fans und wurde enttäuscht.

Kaum etwas begeistert Peter Kleinmann so wie Bestmarken und Pionierleistungen. Für die Volleyball-EM hatte sich der Verbandspräsident daher vorgenommen, den österreichischen Zuschauerrekord für ein Volleyball-Spiel zu knacken. Das Ziel hat der seit gestern 64-Jährige schon am ersten Tag erreicht. Mit 5500 Zuschauern in der Wiener Stadthalle bei Österreichs Auftaktmatch gegen Slowenien war die Bestmarke aus dem ehrwürdigen Dusika-Stadion schon eingestellt, mit 6000 gegen die Türkei und 7000 gegen Serbien deutlich durchbrochen. Doch am Ziel, die Halle bei den ÖVV-Spielen zu füllen, ist Kleinmann gescheitert. „Ich hätte mir von den Slowenen, Türken und Serben mehr erwartet“, resümierte er, gestand aber auch Fehler bei der Preispolitik ein.

In Wien konnten die Organisatoren zufrieden sein: Zahlreiche Werbeaktionen und über 100 eingeladene Schulgruppen haben für eine EM-würdige Kulisse gesorgt. Kritik am deutlichen Zuschauerschwund nach dem österreichischen Ausscheiden wollte Österreichs Teamchef Michael Warm nicht gelten lassen: „Die Österreicher sind groß im Nörgeln. Ich war schon bei einigen Großveranstaltungen, und dass der Zuschauerzuspruch in Wien so groß ist, ist sicher eine Ausnahme.“

In Innsbruck dagegen gab es lange Gesichter. Täglich sollten 5000 Zuschauer in die 6500 Menschen fassende Olympiahalle kommen. Am Ende waren es 4400 – insgesamt. „Die Italiener haben komplett ausgelassen“, klagte Innsbrucks OK-Chef Hannes Kronthaler. Und Kleinmann pflichtete ihm bei: „Das hat überhaupt nicht funktioniert.“ Dabei wurde die italienische Nationalmannschaft extra in die Innsbruck-Gruppe gesetzt, um die Tifosi über den Brenner zu locken. Warum der Schachzug nicht aufgegangen ist, kann sich Warm nur so erklären: „Die Italiener sind durch die Topspiele in ihrer Liga verwöhnt. Außerdem hat das Nationalteam nicht so eine große Anhängerschaft wie die Klubs.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2011)

Kommentar zu Artikel:

EM bringt Teilerfolg in Wien und einen Netzball in Innsbruck

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen