Behindertensportverband: Eine Million Euro abgezweigt

Ein ehemaliger Mitarbeiter soll eine Million Euro von Konten des ÖBSV auf sein eigenes Konto überwiesen haben. Darunter waren auch MIttel für die Paralympics 2012 in London.

Themenbild: Behindertensportler
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(c) AP (Petros Karadjias)

Der österreichische Behinderten-Sportverband (ÖBSV) soll von einem ehemaligen Mitarbeiter um eine Million Euro geschädigt worden sein. Wie der Verband am Montag auf seiner Homepage und bekanntgab, soll der ehemalige ÖBSV-Finanzreferent in den vergangenen Monaten mehr als eine Million Euro von ÖBSV-Konten auf sein Konto überwiesen haben. Der ÖBSV hat bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen des Verdachts der Veruntreuung bzw. der Untreue erstattet.

Nach Angaben des Verbands hat der ehemalige Mitarbeiter nach Ermittlungen des LPK Niederösterreich bereits ein schriftliches Geständnis abgelegt. Darin soll er gestanden haben, dass er ohne Wissen anderer Funktionäre oder Mitarbeiter gehandelt habe. Der "Kurier" will erfahren haben, dass der Ex-Mitarbeiter "einem dubiosen Anlageunternehmen aufgesessen". Zuerst habe der Mann seine Ersparnisse verspekuliert, dann sei er von den Beraten zu weiteren Zahlungen "bewegt" worden und habe das ÖBSV-Konto angezapft.

Das ÖBSV-Präsidium hat den bisherigen Finanzreferenten fristlos entlassen und umgehend eine Sonderprüfung durch eine namhafte Wirtschaftsprüfungskanzlei veranlasst, um das gesamte Schadensausmaß zu erheben. Das Schadensausmaß betrifft nach ersten Erkenntnissen in etwa zu gleichen Teilen Rücklagen als auch bereits budgetierte Mittel für das nächste Jahr mit dem Höhepunkt der Paralympics 2012 in London.

Der ÖBSV hat daher am Montag seine Landesorganisationen, Partnerverbände sowie die relevanten öffentlichen Stellen und Geldgeber über die Sachlage informiert und für Jänner eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Dabei sollen sowohl das Ergebnis der vom Vorstand angeordneten Sonderprüfung präsentiert werden, wie auch das als Konsequenz des entstandenen Schadens notwendige Sparprogramm diskutiert werden, gab der Verband bekannt.

Darabos eilt zur Hilfe

Am Dienstag reagierte Sportminister Norbert Darabos: Die Entsendung zu den Paralympics werde "nicht gefährdet" sein. "Sollte es durch den Veruntreuungsfall bei der Finanzierung zu finanziellen Engpässen kommen, werden wir für die SportlerInnen die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen. Es kann nicht sein, dass SportlerInnen für das Fehlverhalten von Funktionären büßen müssen", so der Sportminister,

(APA/Red.)

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