Bottas im Plansoll: "WM-Titel war immer das Ziel"

Finne will derzeit aber "nicht zu viel darüber nachdenken" - Auf Vertragsverlängerung muss Mercedes-Fahrer noch warten - FIA-System: Kein Frühstart!

Motorsports FIA Formula One World Championship WM Weltmeisterschaft 2017 Grand Prix of Austria 77
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imago/HochZwei

Valtteri Bottas hat in Spielberg seinen zweiten Formel-1-Sieg errungen und damit Eintritt in einen elitären Kreis finnischer Landsleute gefunden. Nach einem Torpedostart bezwang der 27-Jährige Ferrari-Held Sebastian Vettel. Nach anfänglicher Kritik bewies Bottas erneut, dass er mit Mercedes das Zeug zum Titel hat. Das WM-Rennen könnte sich als Dreikampf entpuppen.

Der WM-Dritte Bottas liegt nach dem neunten von 20 Grands Prix 35 Punkte hinter Spitzenreiter Vettel. Sein Teamkollege Lewis Hamilton ist 20 Zähler hinter dem Deutschen Zweiter im Gesamtklassement. Ein enger und spannender Fight um die Weltmeisterschaft ist programmiert - Bottas dürfte zumindest als Außenseiter mitmischen.

"Ich möchte noch nicht zu viel darüber nachdenken, weil wir noch nicht einmal bei der Hälfte der Saison sind", sagte Bottas, der nach Keke Rosberg, Mika Häkkinen und Kimi Räikkönen der vierte Finne ist, der mehr als ein Rennen in der Motorsport-Königsklasse gewonnen hat. Alle seine Vorgänger wurden später Weltmeister.

Bottas stellte nach seiner Start-Ziel-Siegesfahrt auf dem Red Bull Ring erneut klar, dass er ebenfalls einmal in dieser Reihe stehen möchte. "Was soll man sich sonst als Ziel setzen?", fragte der Finne, der im Winter Williams den Rücken gekehrt hatte, um für mindestens ein Jahr die Nachfolge von Weltmeister Nico Rosberg anzutreten. Der Titel "war immer das Ziel, aber ich möchte nicht zu viel Lärm darum machen".

Laute Töne sind nicht die Sache des Blondschopfs. Schon bei Williams, wo er im internen Duell immerhin Felipe Massa regelmäßig bezwingen konnte, war er durch Bescheidenheit und kontinuierliche Arbeit aufgefallen. "Man muss Rennen für Rennen vorgehen, Session für Session, Runde für Runde. Aber ich weiß, dass ich mit meinen Punkten voll dabei bin."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff will sich in puncto Vertragsverlängerung trotzdem Zeit lassen. "Valtteri hat die Rolle von Nico gut eingenommen. Es sind jetzt noch zwei Rennen vor der Sommerpause. Danach werden wir weitersehen", sagte der Wiener. "Wir werden keine voreilige Entscheidung treffen, sondern schauen, was die beste Fahrerkonstellation für uns im nächsten Jahr ist. 2019 wird dann ziemlich viel Bewegung in den Fahrermarkt kommen."

Besonders imponiert hat die Fachwelt am Sonntag in Spielberg der laut Vettel fast übermenschliche Start, den Bottas hinlegte. Mit einer Reaktionszeit von fast exakt 0,2 Sekunden fuhr er dem Feld auf den ersten Metern deutlich davon. "Es war schon ziemlich riskant", sagte der Finne zu den Vorwürfen, er habe einen Frühstart hingelegt. "Ich glaube, der Mensch kann reagieren, da gibt es aber eine Grenze, wie schnell er reagieren kann", sinnierte Vettel.

Der Automobilsport-Weltverband (FIA) stellte den Spielberg-Gewinner jedoch ein einwandfreies Zeugnis aus. Bottas habe eine "außergewöhnlich genaue und glückliche Abwägung" vorgenommen, um fast exakt den Zeitpunkt zu treffen, als das letzte rote Licht erlosch, hieß es in einem Statement. Wer nichts wagt, der nicht gewinnt.

Er habe seinen "Silberpfeil" tatsächlich zu früh geringfügig bewegt, allerdings gebe es einen erlaubten Spielraum, da die Fahrer "manchmal letzte Anpassungen bei der Kupplung" durchführen müssten. Das Frühstar-Erkennungssystem der FIA sei "seit 20 Jahren im Einsatz und hat sich als extrem verlässlich herausgestellt".

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