Motorrad-WM: Orange Begeisterung

KTM hat in seiner MotoGP-Premierensaison die gesteckten Ziele erreicht, nun folgt mit dem Heimrennen in Spielberg ein Highlight. Pol Espargaró: „Wir werden jedes Rennen besser.“

KTM-Pilot Pol Espargar´o klassierte sich am ersten Trainingstag als Zwölfter sogar vor Altstar Valentino Rossi.
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KTM-Pilot Pol Espargar´o klassierte sich am ersten Trainingstag als Zwölfter sogar vor Altstar Valentino Rossi.
KTM-Pilot Pol Espargar´o klassierte sich am ersten Trainingstag als Zwölfter sogar vor Altstar Valentino Rossi. – (c) APA/ERWIN SCHERIAU

Spielberg/Wien. Spannend wie nie ist es in der MotoGP vor dem Rennen in Spielberg am Sonntag (14 Uhr, live ServusTV). Weltmeister Marc Márquez führt die WM-Wertung mit 154 Punkten an, dahinter folgen sein spanischer Landsmann Maverick Viñales und die Italiener Andrea Dovizioso und Valentino Rossi innerhalb von nur 22 Zählern. Mit der Titelentscheidung hat der österreichische Konstrukteur KTM nichts zu tun, die von Firmenchef Stefan Pierer ausgerufenen Ziele aber sind bereits zur Saisonmitte erreicht. Pol Espargaró (ESP) und Bradley Smith (GBR) punkteten bereits im zweiten Rennen und insgesamt neunmal, zuletzt gelang Espargaró in Brünn trotz eines Ausritts als Neunter die erste Top-Ten-Platzierung.

„Wir sind innerhalb einer halben Saison von einem Team in der letzten Reihe zu einem starken Mittelständler geworden“, lobte Espargaró die Mitarbeiter im Hauptquartier in Munderfing, wo praktisch rund um die Uhr gearbeitet wird. „Manchmal habe ich das Gefühl, die schlafen dort überhaupt nie.“ Der Spanier kürte sich 2013 zum Moto2-Weltmeister, der Durchbruch in der Königsklasse aber blieb ihm bei Yamaha in den vergangenen drei Jahren verwehrt. Im österreichischen Rennstall fühlt sich der 26-Jährige nun bestens aufgehoben. „Ich verbessere mich, und das Motorrad wird auch besser“, erklärte Espargaró. Sein aggressiver Fahrstil passe perfekt zur RC16. „Das Schöne an dieser Maschine ist, dass man mit ihr am Limit spielen kann. Wenn man hart pusht, zeitig ans Gas geht und mehr riskiert, dann wird man vom Motorrad belohnt.“

 

Viele Fans und etwas Druck

Nach unzähligen Triumphen im Offroad-Sektor und 73 Siegen in der Motorrad-Straßen-WM (64 in Moto3 und 125er-Klasse sowie neun bei den 250ern) hat KTM dieses Jahr den Einstieg in die deutlich kostspieligere MotoGP gewagt. Auf 30 Millionen Euro beläuft sich das Budget, die Crew umfasst 70 Personen. „Wir werden jedes Rennen besser. Ich hoffe sehr, es geht auch in Spielberg in dieser Tonart weiter“, sagte Espargaró. Zwölf Monate nach der öffentlichen Präsentation beim Vorjahresrennen geht der heimische Motorrad-Hersteller in der Heimat nun selbst an den Start – mit gleich drei Piloten, denn neben Espargaró und Smith erhielt Testfahrer Mika Kallio eine Wildcard.

Auf Unterstützung der Fans darf gezählt werden, eine eigene KTM-Tribüne im Infield fasst über 8200 Plätze. Die sportlichen Voraussetzungen für ein „Festspielberg“ sind für Kallio gegeben. „Wir kennen unsere Schwächen, der Red Bull Ring aber sollte uns liegen“, so der Finne. Ein besonderer Druck sei angesichts der Kulisse allerdings schon zu spüren, gestand Smith: „Die Begeisterung war schon im Vorjahr unglaublich. Die Fans haben Pol und mich praktisch adoptiert. Ich kann es kaum erwarten, hier das Rennen zu fahren.“

 

Siegchance nur in der Moto2

Ein Sieg ist in der MotoGP freilich außer Reichweite, auch in der einst beherrschten Moto3-Klasse fährt KTM hinterher. Die besten Chancen auf Spitzenplätze bestehen in der Moto2. Der Portugiese Miguel Oliveira hat mit seiner Vierzylinder-600er zuletzt in Argentinien und Deutschland Podestplätze geschafft und ist WM-Vierter. Den Anspruch auf den ersten Sieg in der mit Einheitsmotoren fahrenden, mittleren der drei Prototypen-Klassen untermauerte Oliveira mit Bestzeit im ersten Training.

Der Auftakt ins Rennwochenende verlangte den Fans mit Regen und sogar kurzzeitigem Hagel einiges ab. Schon für das heutige Qualifying (14 Uhr, live ServusTV) ist Besserung angesagt, auch beim Rennen am Sonntag sollte die Sonne die Oberhand behalten. (swi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2017)

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