MotoGP: Lorenzo gewinnt in Spielberg vor Marquez

Jorge Lorenzo triumphierte vor seinem spanischen Landsmann Marc Marquez sowie Ducati-Teamkollegen Andrea Dovizioso.

Jorge Lorenzo feiert mit dem Ducati-Team
Jorge Lorenzo feiert mit dem Ducati-Team
Jorge Lorenzo feiert mit dem Ducati-Team – APA/AFP/JURE MAKOVEC

Spielberg. Ducati ist in Spielberg weiter nicht zu schlagen. Seit der Rückkehr der MotoGP nach Österreich im Jahr 2016 triumphierten jeweils Piloten des italienischen Herstellers, nach Andrea Iannone und Andrea Dovizioso jubelte heuer der Spanier Jorge Lorenzo. Weltmeister Marc Márquez, der wie im Vorjahr aus der Pole Position gestartet war, musste sich nach einem packenden Zweikampf mit Rang zwei begnügen, baute seine WM-Führung aber weiter aus. Das Podest komplettierte mit Dovizioso der zweite Ducati-Pilot.

Am Renntag zeigte sich Spielberg bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Bereits in der Früh hatte der Fan-Ansturm voll eingesetzt, insgesamt wurden über das ganze Wochenende 206.746 Zuschauer auf dem Red Bull Ring gezählt. Stunden vor dem Start waren die Zufahrtsstraßen überlastet, Autos wie Fußgänger schoben sich in Kolonnen Richtung Rennstrecke. Neben den Campingplätzen wurden die umliegenden Felder zugeparkt, die auf den angrenzenden Wiesen grasenden Kühe ließen sich davon nicht im Geringsten stören. Den Grid Girls im Fahrerlager diente der in den Tagen zuvor unverzichtbare Regenschirm nun praktischerweise als Sonnenschutz.

Spannung bis zur letzten Kurve

Die Zuschauer bekamen einen echten Krimi geboten. Márquez versuchte aus der Pole Position Tempo zu machen, das ging allerdings auf Kosten der Reifen und zehn Runden vor Schluss wurde er erstmals von Lorenzo überholt. Danach schenkten sich die beiden zukünftigen Honda-Teamkollegen nichts, mehrmals wechselte die Führung, einmal kam es fast zur Berührung. „Marc wollte zu Beginn davon ziehen, da musste ich pushen, aber gleichzeitig die Reifen schonen“, berichtete Lorenzo, der in der letzten Runde mit einem starken Manöver den dritten Saisonsieg verteidigte. „Ich hab alles riskiert. Das ist einer meiner besten Siege in der MotoGP.“

Márquez trauerte dem wie im Vorjahr knapp verpassten ersten Sieg in Spielberg nicht nach. „Ich habe das Rennen genossen. Ich bin Zweiter, aber ich habe alles gegeben. Es war eine großartige Show“, sagte der 25-Jährige und erklärte seinen strategischen Blitzstart. „Ich wollte am Ende nur mit einer Ducati kämpfen müssen. Ich dachte es wäre Dovi, aber es war Jorge.“ Nach elf von 19 Saisonrennen hat der Titelverteidiger seinen WM-Vorsprung bereits auf 59 Punkte ausgebaut und damit einen weiteren Schritt Richtung fünftem Titel gemacht.

Vorjahressieger Dovizioso konnte nach einem Fahrfehler nicht mehr mit dem Spitzenduo mithalten. „Das ist sehr schade, denn ich hatte den Speed und wollte den Sieg“, sagte der Italiener. Altstar Valentino Rossi gelang zur Freude seiner großen Fanabordnung – der Zutritt in den Megastore des „Doktors“ erfolgte teilweise in Blockabfertigung – eine Aufholjagd. Nachdem sich die Yamaha-Chefs nach dem Qualifying für das schlechte Set-up noch bei ihren Piloten entschuldigt hatten, holte der Italiener im Rennen alles heraus und fuhr vom enttäuschenden 14. Startplatz noch bis auf Rang sechs vor. Damit behauptete der 39-Jährige auch den zweiten Rang in der WM-Wertung vor Lorenzo.

KTM jubelt in Moto3

KTM-Alleinunterhalter Bradley Smith beendete das Heimrennen auf dem 14. Rang und bescherte dem österreichischen Team damit zwei WM-Punkte. Einen Sieg gab es in der Moto3-Klasse durch Marco Bezzechi zu bejubeln, der Italiener baute mit seinem ersten Saisonsieg auch die WM-Führung aus. In der Moto2 musste sich KTM-Pilot Miguel Oliveira unterdessen Pole-Setter Francesco Bagnaia (Kalex) geschlagen geben, der Italiener setzte sich damit auch in der Gesamtwertung wieder an die Spitze.

Bereits vor den Rennen hat der österreichische Hersteller die Verpflichtung des Franzosen Randy de Puniet, 37, als MotoGP-Testfahrer für den Rest der Saison bekannt gegeben. Der Routinier soll nach der schweren Knieverletzung von Mika Kallio vorrangig dessen Aufgaben übernehmen, könnte aber bereits in zwei Wochen in Silverstone auch zu seinem ersten Renneinsatz seit 2014 kommen, sollte Pol Espargaro nicht rechtzeitig fit werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2018)

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