Der einhändige Formel-1-Rennfahrer

Robert Kubica, 33, feiert ein märchenhaftes Comeback, der Pole fährt 2019 für Williams. Seine seit einem Unfall 2011 beeinträchtigte rechte Hand ist kein Hindernis.

Robert Kubica kehrt als F1-Rennfahrer zurück.
Robert Kubica kehrt als F1-Rennfahrer zurück.
Robert Kubica kehrt als F1-Rennfahrer zurück. – (c) REUTERS (Andrew Yates)

Abu Dhabi. Nichts ist unmöglich – ein oft bemühtes, aber noch öfter unerfülltes Lebensmotto ist der Leitspruch des Polen Robert Kubica. Der 33-jährige Rennfahrer galt bei seinem Einstieg in die Formel 1 2006 als das Zukunftsversprechen. Doch seine Karriere sollte eine Achterbahnfahrt werden – die nun zu einem märchenhaften Comeback in der „Königsklasse“ geführt hat. Nach acht Jahren Absenz wird der Krakauer 2019 wieder für Williams Rennen fahren, gab der britische Traditionsrennstall vor dem GP von Abu Dhabi (Sonntag, 14.10 Uhr, live ORF eins) bekannt.

2007 überlebte Kubica einen schweren Unfall in Montreal nahezu unverletzt, 2008 gewann er an gleicher Stelle seinen bis dato einzigen Grand Prix in 76 Ausläufen. 2011 erlitt er jedoch bei einem verheerenden Rallye-Unfall in Italien schwere Verletzungen am rechten Arm und der rechten Hand. Es war fraglich, ob er überlebt. Und noch viel länger blieb offen, ob die Hand des Polen nicht doch amputiert werden müsse.

Kubica, der für Sauber und Renault F1-Rennen fuhr und aktuell bei Williams Testfahrer ist, ist seitdem in der Bewegung auch eingeschränkt. On-Board-Aufnahmen zeigten, dass er im Cockpit des FW41 kaum die rechte Hand einsetzte. Er fährt quasi einhändig, aber mit Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 300 km/h. Bedenken gibt es jedoch weder in der Szene noch bei seinem Team. „Mein Körper hat gelernt, damit umzugehen. Das Gehirn gewöhnt sich daran – es gleicht das alles aus.“

Adaptierungen im Auto waren aber unerlässlich: eine andere Belegung der Knöpfe auf dem Lenkrad, die Cockpit-Umrandung auf der rechten Seite wurde weiter zugeschnitten. Rundenzeiten und Gesamtauftritt bei Reifentests oder Qualifyings ließen Claire Williams bereits während der Saison nachdenken. Auch Ferrari schien interessiert, bot Kubica einen Job als Simulator-Driver (Computer) an. Doch Williams – das ehemalige Gewinnerteam mit sieben Fahrertiteln und neun Konstrukteurskronen ist nur noch ein Nachzügler – engagierte ihn für 20 Rennen in der neuen Saison.

Fragen zu seinem Fahrstil erübrigen sich. Jetzt wird er ohnehin nur noch an Resultaten gemessen. „Wieder in der Formel 1 zu sein, ist eine der größten Leistungen meines Lebens“, wurde der Pole in einer Aussendung seines Teams zitiert. Kubica glaubte immer an seinen Traum, der Begriff der Aufgabe scheint ihm fremd. Dass im Fall des Misserfolges alle auf „meine Hand schauen“, diese Reaktion habe er sehr wohl mit einkalkuliert. „Ich sagte dem Team: Wenn es Zweifel gibt, macht es nicht. Aber wer mich im Auto gesehen hat, der weiß, was ich leisten kann.“ (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2018)

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