Lucas Auer: Die japanische Tempojagd als Sprungbrett

Der Tiroler Lucas Auer ist nach Japan übersiedelt und will sich dort in der zweitschnellsten Serie nach der Formel 1 für die Königsklasse empfehlen. Vor dem Saisonauftakt aber geben die Lokalmatadore das Tempo vor.

Dreht in Japan seine Runden: Red-Bull-Pilot Lucas Auer.
Dreht in Japan seine Runden: Red-Bull-Pilot Lucas Auer.
Dreht in Japan seine Runden: Red-Bull-Pilot Lucas Auer. – (c) APA/OGASA-FOTO/T.OGASAWARA

Suzuka. Lucas Auer startet am Wochenende auf der bekannten Rennstrecke in Suzuka in die japanische Super Formula. Der 24-jährige Tiroler, nun Teil des Red-Bull-Juniorteams, will sich mit seinem B-Max-Honda in der zweitschnellsten Formel-Serie für höhere Aufgaben empfehlen. Das Kapitel Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) war für den Neffen von Gerhard Berger schließlich im Vorjahr zu Ende gegangen, nachdem sein Mercedes–Team den Rückzug aus der Rennserie erklärt hatte.

Für die Super Formula ist Auer nun nach Tokio übersiedelt. „Es ist schon eine ganz andere Welt, aber ich lerne jeden Tag dazu. Für mich ist das auch eine Geschichte, die meine Lebenserfahrung mit Sicherheit unerhört erweitert und stärkt“, meinte Auer.

Wie die Red-Bull-Teams in der Formel 1, arbeitet sein aktuelles B-Max Racing Team mit Honda zusammen, auch im Heck von Auers Rennwagen sitzt der japanische Motor. Die aktuellen Super-Formula-Autos mit Einheitschassis bringen 550 PS bei 670 Kilogramm auf den Asphalt und verfügen Auer zufolge über einen „mörderischen“ Abtrieb. Außerdem eingebaut: ein Extra-Überholknopf, der kurzfristig zehn km/h mehr bringt. In Suzuka war man so nur rund fünf Sekunden langsamer als die Formel 1 – und damit deutlich schneller als die Formel 2.

„Das ist sicher eine der härtesten Meisterschaften, in denen ich je angetreten bin“, meinte Auer nach den Testfahrten, bei denen die japanische Piloten-Armada den Ton angegeben hatte. „Wir sind doch irgendwie ein neues Team, und die ersten Rennen werden hart, da dürfen wir uns nichts vormachen.“ Große Hoffnungen, zu Saisonbeginn ganz vorn dabei zu sein, macht er sich nicht. „Die ersten Tests in Suzuka waren durchwachsen, beim zweiten in Fuji haben wir große Schritte nach vorn gemacht. Aber die Lokalmatadore haben uns immer gezeigt, wo die Benchmark liegt“, erzählt der Tiroler. „Ich weiß, dass wir noch viel Potenzial haben. Wenn du dich hier durchsetzt, machst du viele Türen für die Zukunft auf.“

Trotz seiner bereits 24 Jahre ist Auers Chance auf ein Formel-1-Cockpit intakt. Die Super Formula war stets ein Sprungbrett. 2017 wurde Pierre Gasly Vizemeister, heute sitzt der Franzose im Red Bull. Auer ist überzeugt, mit dem Wechsel ins motorsportverrückte Japan („Noch nie habe ich so viele Autogramme geschrieben“) den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Aus dieser Serie komme ich mit Sicherheit stärker zurück.“

Mit Harrison Newey, Sohn des legendären Konstrukteurs Adrian Newey, der auch die Formel-1-Autos für Red Bull designt, hat Auer den ersten Konkurrenten im eigenen Rennstall. Titelfavorit ist allerdings Vorjahressieger Naoki Yamamoto. Ebenfalls stark: der frühere Formel-1-Pilot Kamui Kobayashi oder Kazuki Nakajima. Als letzter Nichtjapaner siegte 2011 der Deutsche André Lotterer. In Suzuka, wo die Serie startet, wird sie nach sieben Stationen am 27. Oktober auch enden. (ag./herbas)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.04.2019)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Lucas Auer: Die japanische Tempojagd als Sprungbrett

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.