Formel 1: Fortsetzung der Mercedes-Jagd

Ferrari in Barcelona mit neuem Motor - Red Bull verzichtete vor Europa-Auftakt auf General-Update und hofft auf "Kurse, die uns liegen"

Motorsports FIA Formula One World Championship WM Weltmeisterschaft 2019 Grand Prix of Azerbaijan
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imago images / HochZwei

Nach zwei Wochen in den Denkfabriken starten die Rivalen wieder den Angriff auf die Mercedes-Vorherrschaft in der Formel 1. Ferrari und Red Bull wollen zu Beginn der Klassiker-Saison in Barcelona die Eintönigkeit an der Spitze durchbrechen. Für Sonntag wird ein richtungweisender Grand Prix erwartet.

Nach dem vierten Mercedes-Doppelsieg im vierten Rennen hatte sich bereits Frust bei der Konkurrenz breitgemacht. "Langweilig" sei die Formel 1 bereits seit längerer Zeit, meinte ein erneut enttäuschter Ferrari-Pilot Sebastian Vettel in Baku, der damit natürlich vor allem seine Situation meinte: Der großen Titelambition ist bereits nach vier Läufen Ernüchterung gewichen, seit acht Monaten ist der Deutsche ohne Sieg.

Die Rückkehr nach Barcelona an jenen Ort, an dem die Scuderia die Testfahrten vor gut drei Monaten dominierte, könnte bereits eine der letzten Gelegenheiten zur Wende sein. Der Circuit de Catalunya gilt traditionell als Wegweiser für die kommenden Monate. "Wenn du hier gut bist, weißt du, dass das Auto für den Rest der Saison konkurrenzfähig sein wird", meinte Ferraris Jungstar Charles Leclerc.

Viele Teams kommen mit neuen Ausbaustufen ihrer Boliden nach Spanien. Nachdem Vettel seinen SF90 zuletzt als "Zauberwürfel, den wir lösen müssen" bezeichnet hatte, drehten die Ferrari-Ingenieure verstärkt an der Antriebseinheit. Das eigentlich erst für Kanada vorgesehene Motor-Update wurde kurzerhand vorgezogen. "Wir liegen derzeit in der Meisterschaft zurück und müssen aufholen", erklärte Teamchef Mattia Binotto am Dienstag in einer Aussendung des Teams. "Wir wissen, dass unsere Entwicklung in diesem Jahr der Schlüssel zum Erfolg sein wird." Vettel hat seinen fünften WM-Titel noch nicht abgeschrieben: "Wenn wir auf Augenhöhe sind, können wir sie schlagen."

Stark fühlte sich Ferrari aber bereits in Baku, doch dort patzte der schnelle Leclerc im Qualifying, im Rennen rollten die Reifen am Mercedes wieder einmal besser. Die "Sternenflotte" präsentierte sich bisher am Rande zur Perfektion: auf den Punkt, souverän und umsetzungsstark. Der neue Leader Valtteri Bottas (87 Punkte) und Lewis Hamilton (86) haben sich einen Respektabstand herausgefahren. Vettel ist 35 Punkte zurück, einen weiteren Zähler dahinter liegt Max Verstappen im Red Bull.

Der Rennstall des Niederländers erhofft sich in Montmelo ebenfalls einen Schritt nach vor - vor allem den Ergebnissen nach. Mit kleineren Updates, wie dem Front- und Heckflügel, soll die Lücke zu Mercedes und Ferrari, die längst nicht so groß wie noch vor einem Jahr ist, geschlossen werden. "Es ist mehr eine Evolution als Revolution", sagte Teamchef Christian Horner, dessen Team bereits zuletzt mit neuen Motoren an den Start gegangen war.

Der Weltmeister-Rennstall von 2010-13 hat das Podest in den vergangenen drei Rennen jeweils verfehlt, Verstappen blieb jeweils nur der Blech-Platz. "Momentan ist es das Maximum", meinte der etwas ratlos wirkende 21-Jährige. Das sei "natürlich nicht" das, was er wolle. Horner reagierte mit Zweckoptimismus: "Ich denke, wir können uns auf die Rückkehr nach Europa freuen. Es kommen ein paar Kurse, die uns hoffentlich liegen."

 

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