Wolffs Coup: Reifenrevolte wurde abgesagt

Die Pirelli-Reifen bleiben unangetastet. Drei Unfälle überschatteten das Training.

Spielberg. Toto Wolff lächelt immer, aber am Freitag hatte der Wiener Motorsportchef von Mercedes besonderen Anlass zur Freude. Er strahlte regelrecht, denn bei einem kurzerhand angesetzten Meeting in der leidigen Reifencausa wurde in Spielberg Klartext gesprochen. Der eindringliche, aber in Wahrheit illusorische Wunsch der Konkurrenz, die Pirelli-Reifen auf das Niveau des Vorjahrs zurückzustufen, um damit mehr Chancengleichheit zu erwirken, wurde abgeschmettert.

Vertreter aller Teams waren anwesend, nur vier Rennställe (RB Racing, Toro Rosso, Ferrari, Haas) begehrten vor dem GP von Österreich (Sonntag, 15.10 Uhr, live ORF eins) die Revolution. „Es bleibt eine Frage der Temperatur, ab der der Reifen ins Fenster gebracht wird“, übte sich Wolff im Fachjargon.

 

20 Kilogramm Ballast?

Zudem hielt Wolff fest, dass die Monotonie generierende Problematik vor allem an Streckenlayouts, Kurvengeschwindigkeiten und Downforce auszumachen sei. Auch den Scherz der Konkurrenz lehnte er ab: „20 Kilogramm Ballast in unser Auto packen wir sicher nicht!“

Dass auf Spielbergs „Powerstrecke“ andere Teams bessere Ausgangslagen hätten, versuchte Wolff zwar höflich auszuloben, doch schon nach der ersten Trainingsfahrt, in der Lewis Hamilton eine unfassbare Bestzeit (1:04,838 Min.) auf den Asphalt knallte, war klar, dass die Silberpfeile weiterhin nicht aufzuhalten sind. Die einzigen Gegner mit minimaler Siegchance: Ferrari und Red Bull.

Das Training wurde von drei Unfällen überschattet. Zuerst rutschte Max Verstappen von der Strecke, wenig später Valtteri Bottas. Die Fahrer blieben unverletzt, beide Autos waren nicht mehr fahrtauglich. Sebastian Vettel flog auch raus, sein Ferrari blieb ganz. (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2019)

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