Moto GP: Wenn 13 Tausendstel entscheiden

Das Rennen in Silverstone erlebte die knappste Entscheidung seit 13 Jahren. Der Spanier Álex Rins fing Landsmann Marc Márquez auf den letzten Metern ab.

(c) REUTERS (David Klein)

Silverstone/Wien. Wie zuletzt beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg ist Moto GP-Weltmeister und WM-Leader Marc Márquez auch am Sonntag im Großbritannien-Grand-Prix kurz vor dem Ziel abgefangen worden. Diesmal durfte am Ende Suzuki-Pilot Álex Rins über seinen zweiten Saisonsieg jubeln, nachdem er seinen katalanischen Landsmann auf den letzten Metern auf dem Kurs in Silverstone noch auf Platz zwei verwiesen hatte.

Márquez hatte im Finish mit seinen abbauenden Reifen zu kämpfen. Nicht so Rins, der in der Zielkurve innen am Honda-Star vorbeiraste und in der Endabrechnung lediglich 13 Tausendstel vorn lag. Nur ein einziges Mal war der Abstand zwischen den ersten beiden in der Moto GP noch knapper – 2006 in Estoril, als der Spanier Toni Elias auf seiner Honda zwei Tausendstel vor Yamaha-Superstar Valentino Rossi aus Italien gewonnen hatte. „Ich bin glücklich, aber nur wegen der Weltmeisterschaft, nicht wegen des Rennens“, betonte Márquez unmittelbar nach dem packenden Schlussspurt des zwölften von 19 Saisonrennen. Denn in der WM führt der Spanier nach seinem bereits 88. Podestplatz in der Königsklasse nun bereits 78 Punkte vor Österreich-Sieger Andrea Dovizioso, der unmittelbar nach dem Start dem vor ihm gestürzten Franzosen Fabio Quartararo nicht mehr ausweichen konnte und daher ausschied. Doviziosos Ducati fing nach dem Crash Feuer, der Italiener wurde ins Krankenhaus gebracht.

 

Fokus auf den letzten Sektor

„Unglaublich! Mir fehlen die Worte“, stammelte Rins, der nun WM-Dritter ist. Dabei hatte er irrtümlich schon zwei Runden vor Schluss zur finalen Attacke angesetzt. „Ich war knapp dran, einen riesigen Fehler zu machen. Denn ich dachte da schon, dass es die letzte Runde ist, und habe deshalb Marc auf der Geraden überholt“, gestand der 23-Jährige nach dem Rennen. „Ich habe dann versucht, die Ruhe zu bewahren, (...) und mich dann ganz auf den letzten Sektor konzentriert.“

Diese Taktik ging auf. „Ich habe die letzte Kurve ein bisschen verpasst, da hat er mich dann auf den letzten Metern noch überholt“, beschrieb Márquez die entscheidende Szene des Rennens. Dasselbe war ihm zuletzt in Spielberg mit Dovizioso passiert. Yamaha-Fahrer Maverick Viñales komplettierte als Dritter das Podest in England.

Pol Espargaró (ESP) holte als Neunter für KTM einen weiteren Top-Ten-Platz. Der am Saisonende scheidende, zweite Werksfahrer Johann Zarco aus Frankreich nahm sich mit einem Manöver selbst sowie mit dem Portugiesen Miguel Oliveira auch den stärksten Tech3-KTM-Fahrer aus dem Rennen. Der aus der vorletzten Reihe gestartete, fünffache Weltmeister Jorge Lorenzo belegte in seinem Comeback-Rennen nach langer Verletzungspause Platz 14.

Für den oberösterreichischen Wildcard-Fahrer Maximilian Kofler lief es in der Moto3 nicht nach Wunsch. Nach einem Sturz in der vorletzten Runde musste sich der KTM-Pilot mit Rang 28 begnügen. „In Kurve 16 ist mir das Vorderrad weggerutscht. Zum Glück ist nichts passiert.“ (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2019)

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