Ferraris Geschwindigkeitsvorteile im Heimspiel

Seit 2010 wartet die Scuderia auf einen Triumph in Monza. Charles Leclerc möchte die Tifosi erlösen – und im Duell mit Vettel nachlegen.

Charles Leclerc
Charles Leclerc
Charles Leclerc – APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC

Monza. Nach seinem Premierensieg in Spa möchte Charles Leclerc im Ferrari-Heimrennen am Sonntag in Monza (Start: 15.10 Uhr, live in ORF1, RTL und Sky) gleich nachlegen und den Druck auf seinen Teamkollegen Sebastian Vettel weiter erhöhen. Der vierfache Weltmeister, der seit über einem Jahr sieglos ist, hat nur noch zwölf Punkte Vorsprung auf den 21-jährigen Monegassen.

„Wir werden unser Bestes geben, um die Tifosi stolz zu machen“, versprach Leclerc, der auf der 5,793 Kilometer langen Strecke mit rund 70 Prozent Vollgasanteil Trainingsbestzeit markierte. Der letzte Ferrari-Heimsieg in Monza liegt allerdings bereits neun Jahre zurück, 2010 sorgte Fernando Alonso für Jubel bei den Tifosi. „Es gibt keinen Platz für Fehler. Unser Heimrennen ist immer wichtig, aber diesmal ganz besonders, weil wir 90 Jahre Scuderia Ferrari feiern“, bekräftigte Teamchef Mattia Binotto. In Monza hat Sebastian Vettel 2008 den ersten seiner bisher 52 GP-Siege gefeiert, und obgleich er seit dem Wechsel zu Ferrari 2014 dort nicht mehr gewonnen hat, findet er den 1922 erbauten Kurs einzigartig. „Es ist nicht einfach, das Auto richtig abzustimmen, aber wenn es dir gelingt und du in den Rhythmus kommst, macht es dich einfach glücklich“, schwärmte der Deutsche.

 

Hamilton fehlt der Speed

Lewis Hamilton hat hingegen schon fünf Monza-Erfolge zu Buche stehen, dennoch prophezeit Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Silberpfeilen kein „einfaches Wochenende“. „Monza ist ,die‘ Power-Strecke in der Formel 1, auf der viel Leistung und wenig Luftwiderstand belohnt werden“, erläuterte der Wiener. Der Bolide von Titelverteidiger Hamilton, der die WM überlegen anführt, und dessen Teamkollegen Valtteri Bottas sei nicht ideal für eine Strecke, auf der Geschwindigkeiten bis zu 360 km/h erreicht werden.

„Es gibt fast nur Geraden, also sollte es ein sehr schönes Wochenende für Ferrari werden“, meinte Vorjahressieger Hamilton bereits unmittelbar nach seinem zweiten Platz in Spa am vergangenen Sonntag. „Wir müssen uns beim Topspeed irgendwie drastisch verbessern. Ich weiß nicht, ob das möglich ist. Aber wenn das wer kann, dann unser Team.“

Bei aller Begeisterung der Ferraristi wird es am Wochenende auch Momente des Schwermuts geben. Spätestens, wenn die Formel 2 auf die Strecke geht und der Wagen mit der Nummer 19 fehlen wird. In der Garage des BWT-Arden-Teams ist nur der Frontflügel aufgebaut. Dahinter steht ein großes Schwarz-Weiß-Bild, das den vergangenen Samstag verstorbenen Anthoine Hubert zeigt. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2019)

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