Ex-Sprintweltrekordler Maurice Greene trat zurück

APA (Archiv/epa)

Der ehemalige Olympiasieger und mehrfache Weltmeister über 100 m, Maurice Greene, hat am Montag seinen Rücktritt erklärt. Der 33-jährige US-Amerikaner, der mit 9,79 Sekunden drei Jahre den Weltrekord innehatte, gab eine im Training erlittene Wadenverletzung als Grund an, seine Karriere in der Olympiasaison zu beenden.

"Ich glaube nicht, dass ich die mentale Kraft habe, nach der Verletzung wieder zurückzukommen", erklärte Greene in Peking. "Das ist schon ein bisschen traurig, aber zugleich bin ich froh, denn ich hatte eine große Karriere", betonte Greene, der sein letztes Rennen am 20. Mai 2007 bei den US-Trials bestritten hatte, als er in Carson im 100-m-Vorlauf ausgeschieden war und damit die WM in Osaka verpasst hatte.

Den internationalen Durchbruch hatte Greene mit Gold bei der WM 1997 in Athen geschafft. Im Juni 1999 unterbot er in Athen den damaligen Weltrekord des Kanadiers Donovan Bailey um fünf hundertstel Sekunden. Im selben Jahr schaffte der US-Sprinter in Sevilla als erster Athlet das WM-Gold-Double über 100 und 200 m. Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney holt sich Greene 100-m-Gold und den Olympiasieg mit der Staffel.

2002 verbesserte sein später des Dopings überführter Landsmann Tim Montgomory die Weltrekord-Marke auf 9,78 Sekunden. In seiner Karriere unterbot Greene 52-mal die Zehn-Sekunden-Marke über 100 m. Der "Kansas-Cannonball" hält aber noch immer den Hallen-Weltrekord über 60 m (6,39 Sekunden/03.02.1998 Madrid).

Der amtierende Sprint-Doppelweltmeister Tyson Gay zeigte sich "geschockt". Der Rücktritt von Greene sei mit dem Karriereende von Basketball-Größe Michael Jordan oder dem Rückzug von US-Golfer Tiger Woods zu vergleichen, betonte der US-Amerikaner. Greene will aber der olympischen Kernsportart als Trainer erhalten bleiben.

(APA)

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