Doping-Gegner Lilge vom Pumper-Klub LCC gekündigt

APA (Archiv/Hochmuth)

Leichtathletin Susanne Pumper scheint beim Chef ihres Vereins LCC Wien trotz eines anhängigen Dopingverfahrens weiter gut angeschrieben zu sein. Die 38-Jährige darf den vereinseigenen Herbstmarathon mitorganisieren. LCC-Sportkoordinator Lilge, auf dessen Initiative hin Pumper im März bei einem LCC-Halbmarathon getestet worden war, wurde hingegen von LCC-Präsident Pfannl vor kurzem gekündigt.

"Eigentlich unglaublich, bei uns ist das ungefähr so, als ob man den anständigen Polizisten und nicht den Bankräuber fasst", zog Lilge am Mittwoch gegenüber der APA einen drastischen Vergleich. Lilge befürwortet einen strikten Anti-Doping-Kurs und wollte mit Pumper, die in den nächsten Wochen ein Urteil im Disziplinarverfahren der NADA erwartet, nicht zusammenarbeiten.

Der sportliche Leiter wurde von Pfannl laut eigenen Angaben per 30. September gekündigt. "Offiziell aus Einsparungsgründen", so Lilge, dessen ebenfalls beim Verein beschäftigte Ehefrau ebenfalls die Kündigung erhielt. Pumper sei vom Vereinspräsidenten mit der Organisation des Marathons, darunter fällt auch die Sponsorensuche, beauftragt worden. Die Niederösterreicherin darf wegen positiver Dopingtests keine Wettkämpfe bestreiten, sie werde nun stattdessen von den Sponsorengeldern profitieren, mutmaßte Lilge.

Die Miteinbeziehung einer wegen Doping-Verdachtes suspendierten Läuferin rückt den Traditionsverein, dem auch 800-m-Aushängeschild Stephanie Graf angehörte, nach dem Fall der wegen EPO-Dopings für zwei Jahre gesperrten Jolanda Ceplak ein weiteres Mal in ein schiefes Licht. Neben Pumper und Ceplak scheinen laut Lilge auch Helena Javornik (SLO), wie Pumper im März im Prater positiv getestet, und Lisa Hütthaler "auf dem Papier" als LCC-Mitglieder auf. Triathletin Hütthaler sieht wie Pumper wegen mutmaßlichen EPO-Dopings einer drohenden Sanktion durch die NADA entgegen. Die gebürtige Deutsche Bettina Müller-Weissina, die eine Doping-Sperre abgesessen hat, geht ebenfalls für den LCC an den Start.

Auch Werbepartner und auch andere Veranstalter scheinen keinen Anstoß daran zu nehmen, dass eine in ein Dopingverfahren verwickelte Spitzen-Leichtathletin weiter an vorderster Front in Erscheinung tritt. Anfang September hatte Pumper einen Volkslauf im Schlosspark Schönbrunn mitorganisiert und ihre Teilnahme ankündigen lassen. Daraufhin sah sich der Österreichische Leichtathletik-Verband genötigt, seine Athleten wegen drohender Konsequenzen vor einem Antreten zu warnen.

(APA)

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