Stadthalle mit Del Potro und Tipsarevic

Das Wiener Stadthallenturnier kann mit Juan Martin del Potro und Janko Tipsarevic zwei Top-10-Spieler aufbieten. Heimische Hoffnungen ruhen auf Jürgen Melzer.

Tennis Stadthalle Potro Tipsarevic
Tennis Stadthalle Potro Tipsarevic
(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Matthias Hauer)

Österreichs wichtigstes Tennis-Turnier wird im zweiten Jahr als Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle mit zwei Top-Ten-Spielern aufwarten. Der Argentinier Juan Martin Del Potro und der Serbe Janko Tipsarevic führen derzeit die Nennliste des ATP-250-Events vom 13. bis 21. Oktober 2012 vor dem Deutschen Tommy Haas an. Österreichs Topmann Jürgen Melzer wäre momentan die Nummer vier. Der Australier Lleyton Hewitt steht auf der Wunschliste. Erstmals wird es auch eine intensive Kooperation mit dem Österreichischen Tennisverband (ÖTV) geben.

"Die großen Verbände haben die Grand Slams, wir haben die Erste Bank Open", erklärte ÖTV-Präsident Ronald Leitgeb die neuen Synergien mit dem Wiener Hallen-Turnier. Der ÖTV will die Veranstaltung auf mehreren Ebenen als Plattform für seine Mitglieder und Sponsoren nutzen. Leitgeb selbst wird auch in einer "Sprechstunde" zur Verfügung stehen, Highlight wird aber die Award-Gala am Samstag, bei der erstmals die Ehrung von ÖTV-Spielern und Teams des Jahres im Mittelpunkt stehen. "Die Kooperation ist ein Zeichen der Öffnung des ÖTV", sagte Leitgeb am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des Turnier-Hauptsponsors in Wien.

Das Turnier hat derzeit ein wenig mit dem um eine Woche vorgezogenen Termin zu kämpfen. Dadurch verschob sich auch der Nennschluss in die Mitte der US Open, womit einige Profis offenbar mit ihren Nennungen in Verzug gerieten. "Wir haben unmittelbar nach Nennschluss einige Anfragen von Top-20-Spielern bekommen", kritisierte Turnierdirektor Herwig Straka, dass man deshalb womöglich eine weitere der drei Wild Cards nicht an Österreicher vergeben könne.

Eine würde für die ehemalige Nummer eins Hewitt benötigt, eine geht - auch das ist Teil der Kooperation - fix an einen vom gemeinsamen Sportausschuss, in dem auch Thomas Muster sitzt, ausgewählten ÖTV-Spieler. Braucht man nun eine weitere für einen internationalen Topmann, fällt ein Österreicher durch.

Aber auch so sprach Straka von "eineinhalb" Lokalmatadoren. Einer ist logischerweise Melzer, der andere Tommy Haas. Der in den USA lebende Hamburger hat bekanntlich steirische Wurzeln und wird laut Straka diesmal mit Ehefrau anreisen. "Tommy erlebt derzeit eine einzigartige Renaissance", freute sich der Turnierdirektor schon auf den 34-Jährigen, der zum zehnten Mal in Wien spielt und sich 2012 von Platz 203 auf Rang 21 hochgespielt hat.

Das Stichwort "Renaissance" gilt auch weitergehend, werden doch die ATP-Profis immer älter und spielen auch länger. Auch der 31-jährige Melzer spürt ein wenig den Zahn der Zeit. Er möchte aber spätestens in Wien seine aktuelle Durststrecke beenden, sofern ihm das nicht schon vorher auf der Asien-Tournee (Kuala Lumpur, Peking, Shanghai) gelingt.

"Das Feld in Wien ist sehr anspruchsvoll. Del Potro ist für mich der klare Favorit, aber ich zähle auch mich selbst dazu", gab sich der zweifache Wien-Sieger trotz seiner zuletzt schwachen Ergebnisse zuversichtlich. "Wien ist ein Highlight für mich. Dort kann ich die Sommersaison herumreißen, weil ich in Wien immer gut gespielt habe. Ich möchte auch diesmal bis am Wochenende dabei sein."

Der aktuelle Weltranglisten-Achte und Vorjahres-Finalist Del Potro, der zweimal schon in Wien "geschwänzt" hat, stand zwar am Mittwoch auch beim Parallelturnier in Stockholm - dort spielt Wien-Titelverteidiger Jo-Wilfried Tsonga - auf der Spielerliste. Der Argentinier wird laut Straka aber selbst bei einem weiteren US-Open-Triumph ("Dann wird er höchstens teurer") fix in Wien dabei sein.

Hobby-DJ Tipsarevic (9.) soll auch abseits der Courts "Farbe" ins Turnier bringen, ebenso die Bryan-Brüder im Doppel sowie das ausgiebige Rahmenprogramm, steht doch jeder Turniertag unter einem Thema. Punkto Oncourt-Entertainment hat man sich Spektakel wie beim ATP-Finale in London als Ziel gesetzt.

Das Wichtigste sei aber, dass del Potro und Tipsarevic bei den laufenden US Open so weit wie möglich kommen. "Das", so Straka, "ist immer noch die beste Werbung für das Turnier." Die Erste Bank Open werden ab Dienstag (16.10.) jeden Tag im TV zu sehen sein, und zwar sowohl auf ORF eins als auch dann auf ORF Sport +.

(APA)

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