Federers Lebenstraum „Ich liebe Wimbledon“

Wimbledon-Finale: Federers achter Sieg oder Premiere für Čilić?

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Roger Federer – APA/AFP/GLYN KIRK

London. Roger Federer kann heute in seinem elften Wimbledon-Finale (15 Uhr, live Sky) seiner einzigartigen Karriere einen weiteren Titel hinzufügen. Der Schweizer ist gegen den Kroaten Marin Čilić (CRO-7) Favorit und könnte mit dem achten Titel weitere Rekorde aufstellen. Dass so nebenbei ein Scheck über 2,5 Millionen Euro auf den Sieger wartet, der Verlierer bekommt die Hälfte, ist für Federer nicht von Belang. Er will noch einmal den Challenge-Cup gewinnen, einmal noch . . .

Federer ist der erste Spieler, der mehr als zehnmal beim gleichen der vier Grand-Slam-Turniere das Finale erreicht hat, wäre mit 35 Jahren und 342 Tagen der älteste Wimbledonsieger in der Profi-Ära. Er ist ohne Satzverlust ins Endspiel eingezogen: „Es macht mich wirklich glücklich, hier Geschichte zu schreiben. Ich liebe dieses Turnier, hier sind alle meine Träume als Spieler wahr geworden. Es ist unglaublich aufregend, ich hoffe, ich kann noch ein gutes Match spielen“, sagte der 18-fache Major-Sieger.


Rücktritt als Sieger? Vor Jahresfrist hatte sich Federer nach dem Halbfinal-Aus an der Church Road und vor seiner halbjährigen Auszeit vorgenommen, statt der Sandplatzsaison auf Rasen zu setzen. In Australien, Indian Wells und Miami gewann er, aber sein großes Ziel war dieses Spiel heute. Viele fragen sich schon, ob er nach einem achten Titel vielleicht aufhören könnte. Doch es sieht bzw. hörte sich nach seinem Dreisatz-Halbfinalsieg über Tomas Berdych nicht danach an. Denn freilich würden die Gesundheit und auch die richtige Auswahl seines Turnierplans entscheiden sowie auch immer wieder Gespräche mit seiner Familie, ob diese auf der Tour glücklich sei, wie lang es noch weitergeht. „Derzeit sieht es nach überhaupt keinem Problem aus, was wundervoll ist. Erfolg ist natürlich auch ein Schlüssel, weiter da rauszugehen. Ich hoffe, dass dieses Turnier mir auch hilft, länger auf der Tour zu bleiben, um ehrlich zu sein.“ Wie lang er noch spielen will, weiß er selbst nicht. „Ich habe keine Entscheidungen getroffen, ob ich etwa bis zu den Olympischen Spielen in Tokio (2020) schaue oder nicht.“

Und zunächst liegt für Federer der Fokus ganz auf diesem Finale gegen Čilić. Eine 6:1-Bilanz gegen den Kroaten, der zum zweiten Wimbledonsieger aus Kroatien nach Goran Ivanišević (2001) werden möchte, wird ihn nicht täuschen. 2016 Jahr hat er Čilić erst nach Abwehr dreier Matchbälle und nach 0:2-Sätzen Rückstand im Viertelfinale niedergerungen – in Wimbledon.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2017)

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