Offensiv auf und neben dem Platz

Alexander Zverev, 20, lässt als Nummer 4 der Welt Deutschland träumen, er tritt in der Stadthalle neben Dominic Thiem als Zugpferd an. Er eröffnet am Montag gegen Viktor Troicki.

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PR einmal anders: Thiem, Rublev, Khachanov und Zverev spielten vor dem Stephansdom. – (c) APA/MARKUS WACHE

Wien. Natürlich, beim Stadthallen-Turnier dreht sich alles vorwiegend um Dominic Thiem. Der Lokalmatador trägt die Hoffnungen auf den vierten Heimsieg nach 1988, 2009 und 2010, die Nummer 6 hat trotz enttäuschender Auftritte zuletzt in Asien auch das Zeug dafür. Doch Insider schauen auch einem anderen Spieler ganz genau auf den Schläger: Alexander Zverev.

Der Deutsche gilt als Versprechen und ist in Wien als Star vermarktet worden. Zverev, 20 und aus Hamburg, ist wie Thiem bei den ATP-Finals in London dabei, sieht die Stadthalle als Traditionsevent und beste Vorbereitung. Dass das ganze Spiel sich gerade verändert mit neuen Regeln, hat er bemerkt, dennoch wolle er dem eigenen Spiel die Aufmerksamkeit schenken.

 

Neue Regeln? „Alles Schwachsinn“

Der Internationale Tennisverband (ITF) hat vor rund zwei Wochen eine kleine „Revolution“ im Daviscup angekündigt. Vorerst nur in den Zonen unterhalb der Weltgruppe werden 2018 Länderkämpfe nur noch an zwei Tagen und nur noch auf zwei Gewinnsätze ausgetragen. Und in zwei Wochen wird beim neuen ATP-Saisonfinale für Spieler bis 21 Jahre, den „Next Gen ATP Finals“ in Mailand, eine ganze Reihe von Neuheiten getestet: Sätze bis vier Games, elektronische Linienrichter oder auch Netzroller beim Aufschlag zählen. Zverev kommentiert all das relativ trocken: „Es ist gut, dass Organisatoren vieles ausprobieren, aber diese Änderungen werden aus meiner Sicht nie auf die ATP-Tour kommen. Die Sätze bis vier Spiele werden, denke ich, nie Realität werden. Keine Linienrichter, kein Netz beim Aufschlag – all das ist für mich Schwachsinn.“

Zverevs Erfolge haben neben jenen von Angelique Kerber in Deutschland für einen gehörigen Aufschwung gesorgt. Viele wähnen sich verklärt zurück in einer Zeit, als Boris Becker und Michael Stich dominiert hatten, Zverev aber dürfte diese Antworten schon mehrfach gegeben haben. Es ist kaum verwunderlich, dass junge Spieler Vergleiche mit solchen Größen scheuen, nicht über die Vergangenheit schwärmen wollen, wenn sie in die Zukunft aufschlagen. Er hoffe, es könnte „ein bisschen was von der alten Zeit“ zurückkommen.

 

Wien, London – dann Malediven

Auch wenn es für Zverev bei den Majors noch nicht so geklappt hat, so richtig unzufrieden war er nur in New York. „Ich war enttäuscht nach dem Match, weil ich vor den US Open einer der besten Spieler auf der Welt war. Meine Leistung war halt zu schlecht.“ Dennoch kann er im Finish der Saison im Ranking noch weiter nach oben klettern, der Dritte im Race bzw. Fünfte im ATP-Ranking. „Ich habe eine gute Chance, dass ich das Jahr als Nummer 3 beende.“ Nach den ATP-Finals in London gibt es für Zverev nur eines: „Danach bin ich sofort auf den Malediven.“

Dass mit Zverev aber vieles möglich ist, bewies er vor der Auslosung. Thiem, Andrej Rublew, Karen Chatschanow (beide RUS) und er lieferten sich ein Showevent auf dem Stephansplatz. Als schließlich die Polizei auftauchte, war das PR-Doppel schon wieder vorbei. Zverev war davon begeistert: „Der Stephansplatz ist fantastisch. Hier zu spielen, hat Spaß gemacht.“ Heute trifft Zverev zum Auftakt auf den Serben Viktor Troicki. Zverev ist seit seinem ersten Wien-Antreten 2014 ein völlig anderer Spieler geworden. Er steht auf dem Sprung in die Top 3 der Welt, seine Anwartschaft auf Großes hat er 2017 mit zwei Masters-1000-Siegen in Rom und Montreal bewiesen. „Ich habe ein sehr gutes Jahr gehabt. Man möchte genauso gut weiterspielen, möchte sich immer verbessern“, sagt er. „Ich möchte das Jahr so gut beenden, wie ich es angefangen habe. Das heißt, viele Matches gewinnen.“

Stadthalle: Spielbetrieb ab 13 Uhr, live ORF Sport Plus, Sky.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2017)

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