Wiener Stadthallenturnier: Das hartnäckige Buhlen um einen Superstar

Das Wiener Stadthallenturnier hat sich für 2018 die Verpflichtung von Rafael Nadal oder Novak Djokovic zum ambitionierten Ziel gesetzt, zum Nennschluss ließ sich jedoch keiner der beiden zu einer Zusage hinreißen. Dominic Thiem wird dennoch mit enormer Konkurrenz konfrontiert.

Dominic Thiem wäre in Wien als Weltranglistenachter derzeit als Nummer zwei gesetzt.
Dominic Thiem wäre in Wien als Weltranglistenachter derzeit als Nummer zwei gesetzt.
Dominic Thiem wäre in Wien als Weltranglistenachter derzeit als Nummer zwei gesetzt. – (c) Reuters

Wien. Das Tennisturnier in der Wiener Stadthalle ist seit seiner Premiere 1974 beliebte Anlaufstelle für die Granden der Szene. Ivan Lendl, Boris Becker, Goran Ivanisevic, die US-Amerikaner Pete Sampras und Andre Agassi, allen voran Roger Federer: Sie alle haben in der Bundeshauptstadt aufgeschlagen, haben Eintrag in die lange Siegerliste gefunden.

Ein Superstar der Gegenwart machte um Wien stets einen großen Bogen, weswegen die Verpflichtung des Spaniers Rafael Nadal für die diesjährige Auflage besondere Priorität genoss bzw. immer noch genießt. Bei der Pressekonferenz am Montag in der Wiener Staatsoper konnte Nadal von Turnierdirektor Herwig Straka allerdings nicht als das strahlende Zugpferd der Veranstaltung präsentiert werden.

Eine gewisse Enttäuschung war Straka also anzumerken, ganz auszuschließen ist ein Antreten des 17-fachen Grand-Slam-Siegers dennoch nicht. Es könnte eine „kurzfristige Zusage“ geben, nämlich dann, wenn der Kampf um die Nummer-eins-Position zwischen Nadal, Federer und Novak Djokovic im Saisonfinish voll entbrennen und das Trio dringend Punkte benötigen sollte. Hinter Nadal steht nach dessen verletzungsbedingter Aufgabe in New York jedoch ohnedies ein Fragezeichen, womöglich muss der 32-Jährige aufgrund von Knieproblemen längere Zeit pausieren.

Auch mit dem Management von US-Open-Champion Djokovic (6:3, 7:6, 6:3-Finalerfolg über Del Potro) steht Straka im regen Austausch. Eines haben sowohl Nadal als auch Djokovic dem Steirer zugesichert: Sie werden nicht beim zeitgleich stattfindenden Turnier in Basel teilnehmen – ein Hoffnungsschimmer für Wien.

Auch ohne einen der beiden Topstars liest sich das Starterfeld der Erste Bank Open (22. bis 28. Oktober) vorzüglich. Die acht gesetzten Spieler finden sich allesamt unter den Top 16 der Weltrangliste, angeführt wird das Feld vom Bulgaren Grigor Dimitrow (ATP 7). Dominic Thiem wäre als Weltranglistenachter derzeit als Nummer zwei gesetzt, er kramte am Montag nochmals in Erinnerungen an die US Open, die für ihn im Viertelfinale mit einer knappen Fünfsatzniederlage gegen Nadal endeten.

Was von diesem Match blieb, ist die Erkenntnis, auf der größten Tennisbühne der Welt gegen den besten Spieler der Welt bestehen zu können. Diese Tatsache nährt beim 25-Jährigen auch die Hoffnung auf einen „Boost“, wie er selbst sagt. Die vermeintlich bitterste Niederlage seiner Karriere könnte sich für Thiem folgewirkend noch als sein größter Sieg herausstellen. Dass er, Thiem, zu den fittesten Spielern auf der Tour zählt, hätte nicht zuletzt der 4:49 Stunden andauernde Tennismarathon im Arthur Ashe Stadium belegt. „Ich habe mich danach gut gefühlt, wäre für das Halbfinale gegen Del Potro bereit gewesen“, erklärte er auf „Presse“-Nachfrage.

Die nächste Bewährungsprobe erwartet Thiem schon ab Freitag, wenn Österreich im Daviscup-Playoff in Graz Australien empfängt. Die Umstellung auf Sand sei kein Problem. „Ich brauch nur ein, zwei Rutscher, dann passt's.“

Top 8 bei den Erste Bank O

pen

1. Dimitrow (ATP 7), 2. Thiem (8), 3. Anderson (9), 4. Isner (10), 5. Nishikori (12), 6. Fognini (13), 7. Schwartzman (14) 8. Edmund (16).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Wiener Stadthallenturnier: Das hartnäckige Buhlen um einen Superstar

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.