Federers Schwung und Rechtfertigung bei den US Open

Roger Federer dementierte nach seinem ungefährdeten Drittrundensieg, auf eine bevorzugte Behandlung zu pochen. Auch Novak Djokovic und Serena Williams stiegen auf.

Roger Federer
Roger Federer
Roger Federer – imago images / Belga

Nach holprigem Auftakt hat Roger Federer bei den US Open zu Schwung gefunden. Der Schweizer setzte sich in der dritten Runde gegen Daniel Evans (GBR) locker nach nur 80 Minuten mit 6:2, 6:2, 6:1 durch. „Ich bin froh, dass ich wieder im Achtelfinale stehe“, sagte 38-Jährige, der in den ersten beiden Runden jeweils den ersten Satz verloren hatte. Diesmal bestimmte er von Beginn an das Geschehen im Arthur Ashe Stadium. „Ich habe nichts anders gemacht als in den ersten beiden Spielen“, erklärte der Rekord-Grand-Slam-Turniersieger. Federers nächster Gegner im Kampf um den Viertelfinaleinzug ist heute der Belgier David Goffin.

Nach dem Sieg fühlte sich Federer veranlasst, Gerüchten, wonach er auf eine bevorzugte Behandlung poche, zu widersprechen. Denn während er am Mittwoch unter geschlossenem Dach hatte spielen können, mussten zahlreiche andere Spiele wegen Regens auf Donnerstag verlegt werden, wodurch viele Profis an zwei aufeinanderfolgenden Tagen antraten – auch Evans. „,Roger will, Roger bekommt‘, so läuft es nicht. Das habe ich schon zu oft gehört, und ich bin es leid. Es sind die Turnierveranstalter und die TV-Stationen. Ich würde auch hinausgehen, wenn sie mein Spiel um vier Uhr in der Früh ansetzen würden“, erklärte der Schweizer Superstar, der den Nachteil seines Gegners anerkannte. „Das Glück war auf meiner Seite. Ich verstehe, dass Danny ein wenig frustriert ist.“ Evans hatte die spielerische Überlegenheit Federers eingeräumt, zugleich aber seine Siegchance mit zwei Antritten in zwei Tagen „als nahezu unmöglich“ bezeichnet.

Medwedew legt sich mit Publikum an

Während Titelverteidiger Novak Djoković beim 6:3,6:4,6:2-Sieg gegen Denis Kudla (USA) sich allfällige Schulterprobleme nicht anmerken ließ („Ich konnte fast schmerzfrei spielen“), hatte Daniil Medwedew zu kämpfen. Der Russe, der nach zwei Finali und mit einem Titel in Serie in Topform nach New York gekommen war, mühte sich gegen den fast 38-jährigen Feliciano López zum 7:6, 4:6, 7:6, 6:4 und zog zum zweiten Mal in ein Major-Achtelfinale ein. Die Fans hätten jedoch lieber den Spanier in dessen 71. Grand-Slam-Bewerb in Folge als Sieger gesehen und bedachten Medwedew, der sich mehrmals unangebracht benahm, mit Buhrufen und Pfiffen. Der 23-Jährige reagierte nach dem Match noch auf dem Platz mit einem breiten Lachen und provokativen Worten: „Danke euch allen. Eure Energie hat mir heute den Sieg eingebracht. Ich will, dass ihr alle wisst, wenn ihr heute ins Bett geht: Ich habe dank euch gewonnen!“

Auch Serena Williams, die vor Heimpublikum nach ihrem 24. Grand-Slam-Titel strebt, ließ trotz sommerlicher Temperaturen gegen Karolína Muchová (CZE) nichts anbrennen und siegte 6:3, 6:2. „Ich mag es, am Tag zu spielen. Dann kann ich danach nach Hause zu meinem Baby gehen. Wir erzählen abends Geschichten und beten. Das verpasse ich, wenn ich in der Night Session ranmuss“, erklärte Williams, die eine einjährige Tochter hat.

(APA/red)

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