Über drei Milliarden Dollar: Amerikas heißester Transfer-Bazar

NBA-Basketball. Mit seinem Wechsel von Meister Toronto Raptors zu den LA Clippers erschüttert Superstar Kawhi Leonard die Kräfteverhältnisse in der Profiliga. Sein Vierjahresvertrag ist 126 Millionen Euro wert - und weitere Wechsel folgen noch.

NBA: Finals-Toronto Raptors at Golden State Warriors
NBA: Finals-Toronto Raptors at Golden State Warriors
USA TODAY Sports

Los Angeles. Die neue Saison der besten Basketballliga der Welt (NBA) wird zur Los-Angeles-Show. Dank prominenter Neuzugänge will Ikone LeBron James die LA Lakers eigentlich wieder zu altem Glanz führen – und bekommt just die größte Konkurrenz ausgerechnet in der eigenen Stadt. Denn der Stadtrivale, die Clippers, landen den Transfer-Coup.

Mit seinem Wechsel von Meister Toronto Raptors zu den Clippers erschüttert Superstar Kawhi Leonard die Kräfteverhältnisse in der Profiliga. Sein Vierjahresvertrag ist 126 Millionen Euro hoch. Da sich neben dem wertvollsten Spieler der vergangenen Finalserie auch – auf dessen expliziten Wunsch – Paul George (losgeeist aus Oklahoma City für drei Erstrunden-Picks und weitere Spieler) dem Team aus Kalifornien anschließt, sind die Clippers bei den Buchmachern plötzlich sogar der Topfavorit auf den Titel. Ein Klub, der seit dem Umzug in die „Stadt der Engel“ 1984 nur vier Playoffserien gewinnen konnte.

Vom Schlusslicht zum Titelfavoriten

„Willkommen zu einer neuen NBA“, schrieb die Nachrichtenagentur AP angesichts der Transfers von absoluten Spitzenspielern. Schon nach einer Woche ist diese Wechselperiode die spektakulärste der NBA-Geschichte. Sogar Donald Trump nahm Anteil daran. „Großartiger Coach, großartiger Typ“, twitterte der US-Präsident am Samstag zu einem Artikel über Clippers-Coach Doc Rivers, der sich freuen darf, nun zwei der aktuell fünf besten Basketballspieler der Welt trainieren zu dürfen. Qualität haben die Clippers auch dringend nötig. Denn das Team steht stets im Schatten der großen, ungeheuer populären Lakers.

Leonard hatte die Raptors zum ersten Titel eines kanadischen NBA-Teams geführt und durfte nach Ablaufen seines Vertrags frei über seinen Wechsel entscheiden. „Er kommt Michael Jordan am nähesten“, hatte Rivers schon in der Vergangenheit über den 28-Jährigen geschwärmt.

Bereits eine Woche zuvor hatte Superstar James bei den Lakers Anthony Davis an seine Seite gelockt. Nach dem Leonhard-Schock ging man also umgehend shoppen: der 16-malige Meister verpflichtete Danny Green aus Toronto und DeMarcus Cousins von Ex-Champion Golden State Warriors als weitere prominente Neuzugänge. Auch Kentavious Caldwell-Pope und und JaVale McGee unterschreiben für jeweils zwei Jahre.

Neben den beiden Vereinen aus Los Angeles haben sich vor allem auch die Brooklyn Nets durch Kevin Durant, der noch lange mit einem Achillessehnenriss ausfallen wird, und Kyrie Irving hochkarätig verstärkt. Spannend wird unter anderem sein, wie sich Oklahoma City mit Superstar Russell Westbrook nach dem Abgang von George aufstellen wird. Der Transfersommer hat erst begonnen.

Über drei Milliarden Dollar für Spieler

Verträge von in Summe rund drei Milliarden Dollar (2,64 Mrd. Euro) waren in den ersten Stunden nach Öffnen des Transferfensters am vergangenen Wochenende in der National Basketball Association kommuniziert worden. Den höchsten bestätigten Kontrakt – im US-Sport ist alles auf Wusch der Spielergewerkschaft transparent – erhielt Damian Lillard, der um 196 Millionen Dollar (172.231,99 Euro) vier weitere Jahre in Portland wirft.

Die größten Schlagzeilen produzierte aber das Einkaufsprogramm der Brooklyn Nets. Durant, ein zehnfacher All-Star, wird in New York bis 2023 144,11 Mio. Euro verdienen. Neben Durant scheinen auch Point Guard Irving (bisher Boston Celtics) und Center Jordan (zuletzt NY Knicks) mit hohen Millionenbeträgen auf. Ihr Zusammenhalt hat aber einen weitreichenderen Hintergrund: das Trio gewann 2016 in Rio de Janeiro mit dem US-Team Olympia-Gold.

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